Action Pachio

Bisher haben wir hier nur ein einziges Pachinko Spiel getestet, umso größer die Angst was Action Pachio angeht. Doch dieser Titel ist gar kein Glücksspiel, obwohl man eine Pachinko-Kugel spielt, sondern ein Jump and Run, welches von C-Lab entwickelt wurde. Vertrieben wurde es von Coconuts und erschien 1993 ausschließlich in Japan.

Atmosphäre / Story

Ausgerechnet ein Actionspiel über eine Pachinko-Kugel verfügt über eine Handlung, welche obendrein für ein Jump and Run auch noch gut inszeniert wurde. Man erhält nämlich keine trockenen Bildchen, sondern auch noch ein bisschen Bewegung im Intro und Outro. Zwischensequenzen existieren ebenfalls, sogar nach jedem Bosskampf.

Da das Spiel komplett auf Japanisch ist, verstehe ich die Handlung nicht aber anhand der Sequenzen scheint es darum zu gehen, dass Pachio-kun andere antropomorphe Pachinko-Kugeln befreien muss, diese werden grundsätzlich von Bossen gefangen gehalten. Jedes Level ist ein anderer Planet, somit eine interstellare Reise mit ziemlich unterschiedlichen Gebieten. In der Hinsicht bietet Action Pachio deutlich mehr als erwartet! Allerdings wirkt alles etwas künstlich zusammengeschustert.
3,75 / 5

Grafik

Action Pachio kommt verglichen mit vielen anderen Jump and Runs, die Japan-exklusiv blieben mit verhältnismäßig guter Grafik. Die Sprites sind gut gelungen und die Bewegungsabläufe flüssig. Sogar die Hintergründe sind meistens angenehm anzusehen und verfügen über mehrere Ebenen. In einigen Leveln werden die Hintergründe jedoch merkwürdig genutzt, wie in dem Unterwasserlevel, welches etwas merkwürdig aussieht aufgrund der komischen Ebenennutzung.

Beeindruckende Bosse, die sich gerne mal drehen.

Ein wirklicher Hingucker sind die großen und detaillierten Bosse, welche dank Mode 7 einen leicht dreidimensionalen Eindruck erwecken und stilistisch wie eine Mischung aus Sonic und Megaman Gegnern wirken.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Hier nicht runterzufallen ist echt schwierig.

Und in dem Aspekt wird Action Pachio etwas schräg. Denn das Spiel ist nicht einfach nur irgendein Jump and Run, sondern versucht ziemliche viele Aspekte das klassischen Sonic Gameplays zu imitieren und das gelingt ziemlich mittelmäßig. Einerseits da die Strecken kaum über tolle Loopings oder Sprungschanzen verfügen, wie es sonst so bei Sonic der Fall wäre, andererseits grätscht einem die Steuerung ins Gameplay rein. Zudem sieht man nie wirklich wo man hinläuft und kann dadurch einfach nicht ordentlich reagieren … und stirbt.

Pachinko Bonus Level.

Glücklicherweise stimmen die Bosskämpfe, obwohl einige etwas härter sind als nötig aber mit der richtigen Taktik kommt man gut voran. Ab und an kann man ein klassisches Pachinko Bonus Level spielen, einfach um Punkte oder Leben zu erhalten.
2,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Mit dem Soundtrack hat man glücklicherweise keinen Schuss in den Ofen gelandet. Dieser ist ziemlich lebhaft und hat schöne fröhliche aber auch actionreiche Melodien. Die Boss Battle Theme ist richtig heiß und wahrscheinlich mein Favorit des Action Pachio Soundtracks.

Manche Tracks klingen zu düdelig aber insgesamt ist der Eindruck absolut überdurchschnittlich. Auch die Soundeffekte sind gelungen aber die Variation hätte etwas größer ausfallen können.
3,67 / 5

Steuerung

Die größte Spaßbremse von Action Pachio ist eindeutig die Steuerung und das ist ein riesiges Problem. Im ersten Moment hat man den Eindruck, dass sich die Steuerung ähnlich wie bei den Sonic Spielen verhält und in einigen Aspekten stimmt das auch. Es ist nur leider eine schäbige, steife und reaktionsarme Variante der Sonic Steuerung mit sehr merkwürdigen Eigenarten. Besonders das Momentum stört und wie diese auf- und abgebaut wird führen ständig dazu, dass man in Gegner hineinläuft oder sogar irgendwo herunterfällt.

Der Übergang vom Gehen zum Rennen ist leider auch schwierig und führt ebenfalls dazu, dass man irgendwo hineinläuft. Dies in Kombination mit Sprüngen ist ebenfalls schwierig kalkulierbar. Will man Gegnern schaden, muss man rollen. Will man dies im Sprung machen muss man im Sprung nach unten drücken, damit sich Pachio-kun kugelt und dann natürlich noch den Gegner treffen, was nicht einfach ist und dem Spiel ein unangenehmes Reaktionsvermögen abverlangt.
2 / 5

Spaßfaktor

Es gibt immer wieder kleine Höhen, wie die tollen Bosskämpfe oder irgendwelche total gelungenen anderen Grafiken aber dann kommen die spielerischen Aspekte, die das Spiel zur Qual machen. Man fällt herunter, steuert falsch irgendwo rein… es ist zum bekloppt werden.

Einige Gegner erinnern stark an Sonic und Megaman Spiele.

Lediglich der Umfang des Spiels ist ganz gut aber ohne Passwort? Ohne Speicherstand? Bei der Spiellänge? Das muss ein Scherz sein…
1,5 / 5

Bewertung und Fakten

Sieht ein wenig aus wie Kirby, soll sich aber eher wie Sonic spielen, tut es aber nicht. Action Pachio stellt sein ganz eigenes Gameplay auf die Beine und scheitert bei den ersten Schritten kläglich, was leider gar nicht dem Leveldesign oder Schwierigkeitsgrad geschuldet ist, sondern der absolut nicht intuitiven Steuerung.

Hier rollte Pachio-kun durch die Gegend, versehentlich natürlich.
  • Einige Hintergründe sind gelungen
  • Große schöne Bosse
  • Detailliertes Design
  • Pachinko Minigames
  • Beschissene Steuerung
  • Viel zu schwer
  • Manchmal merkwürdiges Leveldesign
  • Keine Fortsetzungsmöglichkeiten

Obwohl Action Pachio viele Macken hat, gibt es auch viele schöne Aspekte an dem Spiel, weswegen ich es neugierigen SNES Erkundern total empfehlen kann. Jeder, der nach einem gut spielbarern Spiel sucht, sollte sich aber lieber was anderes suchen.

Genre: Jump and Run
Preis: circa 20€ bis 30€ bei ebay
Schwierigkeit: Extrem schwer

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2,5 / 5
Musik und SFX: 3,67 / 5
Steuerung: 2 / 5
Spaßfaktor: 1,5 / 5

Gesamt: 2,86 / 5

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