Dragon Quest I
Das Dragon Quest I & II Doppelpack erschien ausschließlich für Super Famicom im Jahre 1993. Somit ein Japan-exklusives Release von Enix. Das Spiel wurde mit der Engine von Dragon Quest V angefertigt, somit erkennt man vielleicht Ähnlichkeiten.
Da Rollenspiele auf Japanisch für mich nicht zugänglich sind, habe ich die Übersetzung von RPGOne genutzt.
Atmosphäre / Story
Ein König will, dass der Held seine entführte Tochter von einem Drachen rettet, da er der Nachfahre des berühmten Roto ist. Nebenbei stellt der Held von Dragon Quest I fest, dass ein böser Zauberer besiegt werden muss und einige Reliquien seines Vorfahren dabei hilfreich sein werden.

Auf ein Intro, Outro oder sonstige Zwischensequenzen kann man lange warten. Die Handlung ist extrem dünn gestrickt und bleibt das gesamte Spiel über so dünn, wie in den ersten 5 Minuten. Glücklicherweise gibt es aufgrund des Designs etwas Feeling aber ausreichen tut das nicht. Im Grunde hat man hier zwar eine Open World vor sich, die man frei erkunden kann aber es gibt so wenig „World“, dass das „Open“ wenig bringt.
1,75 / 5
Grafik
Dragon Quest I liegt grafisch im unteren Bereich, was SNES angeht. Es ist zwar eindeutig keine NES-Grafik aber aufgrund der rasterartigen Anordnung von Grafiken, kombiniert mit den Charakteren und Objekten, die immer nur ein Feld ausfüllen, sieht es stark danach aus. So verhielt es sich auch mit Mystic Quest Legend und Final Fantasy IV und in einem ähnlichen Qualitätsspektrum findet sich dieser Titel ebenfalls wieder.

Leider sind die Kampfbildschirme nicht besser, sondern eher noch uninteressanter aufgrund der mangelnden Animationen und der Tatsache, dass immer nur ein Gegner zu sehen ist.
2,25 / 5
Spielmechanik / Gameplay
Was die Kämpfe angeht, sind DQ-Spiele meist ziemlich simpel verglichen mit anderen Rollenspielen. Dragon Quest I unterbietet dies bei weitem aus 2 sehr einfachen Gründen: Man ist das gesamte Spiel über alleine unterwegs und die Gegner ebenfalls. Somit verläuft jeder Kampf 1 gegen 1 und das ist auf Dauer wirklich banal. Dies gestaltet das notwendige Grinden ein bisschen einfach, welches einen großen Teil des Gameplays ausmacht.

Was die Level oder Dungeons angeht, ist ebenfalls alles geradlinig gestaltet und irgendeine Abweichung vom Standardgameplay darf man sich hier nicht erhoffen. Die bekannten Bonusspielchen drumherum oder Sidequests kann man sich abschminken. Insgesamt das absolute Minimum für ein Rollenspiel.
1 / 5
Musik und Soundeffekte
Wer bereits einen der vielen Dragon Quest Titel gespielt hat, wird einige Melodien und sogar die Instrumentenwahl von Dragon Quest I als vertraut empfinden. Die typischen Fantasy Ouvertüren sind auch wieder Bestandteil des Soundtracks. Dennoch sind die Lieder nicht ganz so komplex oder episch, wie in Dragon Quest III und klingen teilweise etwas reduziert. Hier ein Vergleich, das Tantegel Castle Theme aus DQ1 und aus DQ3.
Der Soundtrack hat einen guten Umfang, gemessen an der kurzen Spieldauer. Viele typische Soundeffekte waren auch hier bereits vorhanden und signalisieren klar und deutlich was passiert.
3,58 / 5
Steuerung
Leider ist auch die Steuerung ziemlich rudimentär, denn bis auf Menü aufrufen und eine allgemeine Interaktionstaste gibt es nichts. Dabei ist Protagonist enttäuschenderweise zu langsam unterwegs, wodurch sich das Voranschreiten ziemlich müßig gestaltet.

Eine Weltkarte ist nicht aufrufbar und auch das Ausrüsten der Waffen und Rüstungen gestaltet sich ein Stückchen komplizierter als notwendig. Keine Katastrophe aber spürbar altbacken.
3 / 5
Spaßfaktor
Bei dem sehr rudimentären Design und Gameplay kann man aus Dragon Quest I nicht allzu viel herausholen. Die Basics sind zwar an sich völlig ok und jeder DQ Fan wird sich hier schnell zurechtfinden aber es ist alles zu simpel und zu kurz. So kurz, dass sich das Spiel fast wie eine Demo anfühlt, denn ich konnte es problemlos an zwei Abenden durchspielen, was sehr ungewöhnlich für Rollenspiele ist.
Quality of Life Features verglichen mit der NES-Version
- Richtige Speicherfunktion, statt Passwortsystem
- Charaktere gucken in Laufrichtung und bewegen sich nicht mehr wie Krabben
- Gezielte Aktionstaste, sodass man nicht alles über das Menü machen muss
- Inventar verbessert
- Man geht in kleineren Schritten und nicht mehr Feld für Feld, wie beim Schach
- Weniger Grinding nötig, da Gegner mehr XP und Gold hinterlassen

Und obwohl dieses SNES Remake viele Quality of Life Features mit sich bringt, fühlt sich trotzdem alles nicht nach SNES-Niveau an, was sich einfach durch die gesamte Spielerfahrung zieht, wie ein Knoten im … Hoden, oder so. Jedenfalls macht das Spiel dadurch einen unfertigen Eindruck. Zum Glück kann man wenigstens speichern, zwischen all dem Grinden, welches einen großen Teil der Spielzeit ausmacht.
1,25 / 5
Bewertung und Fakten
Die Ursprünge der DQ-Reihe liegen sehr weit zurück und das spürt man in diesem Remake absolut. Höchstens die Musik kann einen am Ball halten, bei all dem unterdurchschnittlichen Spielinhalt. Es ist zwar cool rückblickend zu sehen, wie hier der Grundstein für viele typische DQ-Spielelemente gelegt wurde aber man spürt auch deutlich, dass es ein noch nicht so ausgereiftes Experiment war, speziell im direkten Vergleich mit Teil 3.

- Musik
- Viele Quality of Life Features verglichen mit NES-Version
- Wo ist die Handlung?
- Kaum Gameplay, nur Grinding
- Alleine unterwegs
- Kurze Spieldauer
Dragon Quest I ist nicht gänzlich uninteressant aber eher etwas für hartgesottene DQ Fans, welche sich den Ursprüngen dieser Spielreihe stellen möchten. Selbst für hartgesottene JRPG-Spieler, wird hier einfach zu wenig geboten. Aber wer Lust hat ein kurzes Rollenspiel an 1-2 Abenden durchzuzocken oder gar im Livestream vorzuspielen, liegt mit diesem Game genau richtig.
Genre: Rollenspiel (rundenbasiert)
Preis: circa 15€ bis 20€ für ein original japanisches Modul bei ebay
Schwierigkeit: Einfach
Atmosphäre / Story: 1,75 / 5
Grafik: 2,25 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 1 / 5
Musik und SFX: 3,58 / 5
Steuerung: 3 / 5
Spaßfaktor: 1,25 / 5
Gesamt: 2,14 / 5
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