Dragon Quest II

Dragon Quest II erschien ausschließlich für Super Famicom im Jahre 1993 auf einem Modul gemeinsam mit dem ersten DQ Teil. Somit ein Japan-exklusives Remake-Doppel von Enix. Beide Titel und Dragon Quest V wurden mit derselben Engine erstellt.

Für den Test habe ich die Übersetzung von RPGOne genutzt.

Atmosphäre / Story

Erneut wird ein Held von einem König beauftragt nach dem Rechten zu sehen, genau wie im ersten Teil. Allerdings ist der König hier der Vater des Protagonisten. Es geht darum, dass der böse Priester Hargon den Gott Malroth herbeirufen möchte, um aus irgendeinem Grund die Welt zu zerstören. Dass Hargon dabei voraussichtlich selbst draufgeht, hat er anscheinend nicht bedacht oder es ist ihm einfach egal. Eine fanatische Selbstaufopferung, um die Welt nach seinen Ansichten neu zu erschaffen…

Was für eine tiefsinnige Handlung 😀

Obwohl sich die Handlung nicht entfaltet oder an Tiefe gewinnt, kann Dragon Quest II zumindest eine offene Welt vorweisen, die einem ziemlich viel Freiraum lässt, über die Reihenfolge in der man voranschreitet. Leider kann man aber auch aus diesem Grund öfter Mal feststecken. Denn teilweise sind die Hinweise darauf, wie es weitergehen soll, nicht so leicht zu finden. Die Hauptcharaktere bleiben sehr eindimensional.
2,5 / 5

Grafik

DQI & DQII bedienen sich derselben Engine und natürlich sieht man das. Allerdings schafft es Dragon Quest II aufgrund des größeren grafischen Umfangs und einer geringfügig größeren Dichte an Details den Vorgänger zu überbieten.

Gegen Feinde kämpfen und Särge rumschleppen.

Kleine Dekoelemente hier und da, genau wie Parallaxen und größere Kampfbildschirm-Hintergründe verleihen dem zweiten DQ etwas mehr Pepp aber leider nicht wesentlich mehr. Doch zumindest wirkt die Umgebung dadurch lebhafter und das hilft, das Spielfeeling konsistent zu halten.
2,5 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Glücklicherweise ist man in DQII nicht alleine unterwegs, was einem deutlich mehr strategische Optionen bietet als im ersten Teil. So kann man mit Zaubern mehrere Gegner gleichzeitig treffen und muss ein wenig nachdenken, wie genau man in den rundenbasierten Kämpfen vorgehen möchte.

Paar mehr Charaktere und Zauber.

Es fehlt ein Auto-Kampf-Feature, da Kämpfe ziemlich zahlreich sind. Aber da sich die Kämpfe meist als einfach erweisen, fällt dies nicht ganz so sehr ins Gewicht. Hinsichtlich der Levelgestaltung hat sich alles sehr genretypisch entwickelt, was ok ist und die spielerische Komplexität um ein gutes Stück erhöht. Leider sind die meisten Quests nur simple Sammel-Quests nach dem Motto „Finde 4 Dinger, um den Weg nach Dingsbums zu öffnen“ und das zieht sich durch das gesamte Spiel. Nebenquests gibt es sehr wenige.
2,25 / 5

Musik und Soundeffekte

Das Klangbild unterscheidet sich ein wenig von DQI, da alles ein Stückchen lebendiger klingt, was dem Spiel guttut. Zudem klingen einige Tracks etwas vielschichtiger mit einem besseren dramaturgischen Aufbau. Die Wahl der Instrumente wiederholt sich aber man kann nicht so weit gehen zu sagen, dass die Tracks alle gleich klingen würden.

Hinsichtlich der SFX ist alles sehr Dragon Quest typisch, also ganz gut.
3,88 / 5

Steuerung

Hinsichtlich der Steuerung gibt es kaum Unterschiede zum Vorgänger. Aber einige Dinge sind in Dragon Quest II trotzdem angenehmer, so gibt es eine Weltkarte… welche viel zu klein ausfällt und somit schwer lesbar ist. Dadurch, dass man nun zu dritt unterwegs ist, hat man ein viel größeres Inventar und das macht sich positiv bemerkbar. Zur Orientierung empfehle ich besonders die World Map aus Mike’s RPG Center (die Maps sind zwar für NES aber genauso gut auf diese SNES-Portierung übertragbar).

Wie man Ausrüstung anlegt, hat sich leider nicht verändert und das langsame Tempo, in dem man sich fortbewegt, ebenfalls nicht aber zumindest kann man sich hier bequem mithilfe von Zaubern durch die Gegend teleportieren. Trotzdem fällt Dragon Quest II etwas zu langsam aus, leider typisch für Spiele aus der Zeit.
3,75 / 5

Spaßfaktor

An sich ist auch Dragon Quest II zu rudimentär für ein fesselndes J-RPG Erlebnis aber vieles läuft hier deutlich besser als im Vorgänger und man kann mit dem Spiel einiges an Zeit verbringen. Liegt einerseits am ständigen hin-und-her-laufen, andererseits am notwendigen Grinding und den viel zu häufigen Kämpfen.

Mehr Vielfalt, mehr Ärger!

Quality of Life Features von DQII verglichen mit der NES-Version

  • Gezielte Aktionstaste, sodass man nicht alles über das Menü machen muss
  • Man geht in kleineren Schritten und nicht mehr Feld für Feld, wie beim Schach
  • Etwas schnelleres Gehen (aber trotzdem nicht schnell genug)
  • Charaktere können nun jeweils 2 Gegenstände mehr tragen
  • Items per Lagerhaus managen
  • Ausrüstung kaufen simpler, da man sieht, wer was ausrüsten kann
  • Keine Angriffe ins Leere mehr
  • Verbessertes Balancing
  • Normale Speicherfunktion anstatt Passwörtern

Die spielerische Tiefe ist kein wirklich überzeugendes Argument, viele Fetchquests fühlen sich eher nach Arbeit an als nach Spaß. Aber irgendwie zieht das Gesamtbild trotzdem aufgrund der vielen typischen DQ-Spielelemente, die hier schon etwas besser verfeinert wurden als im ersten Teil. Die Lotterie ist ein netter Gag und speichern kann man nur bei Priestern, was bei der großen Welt vielleicht etwas zu wenig ist.

Glitchland

Dumm ist nur, dass entweder die Portierung etwas verbuggt ist oder die Übersetzung Bugs auslöst. Beides problematisch, denn man landet stellenweise im Land der Glitches. Dies war besonders ärgerlich, denn mein Vorankommen in Dragon Quest II wurde dadurch ordentlich behindert. Ich war somit gezwungen viel mit Save States zu arbeiten, um die ätzenden Gamebreaker Glitches zu umgehen. Diese tauchen oft in der Sea Cave auf und machen sich sofort visuell bemerkbar. Auch darüber hinaus gab es ein paar leicht umgehbare Fehler.

Visuelle Fehler wären gar nicht so wild gewesen aber plötzlich passierten auch komische Sachen, wie dass sich die Partymitglieder viel zu nah standen und Treppen plötzlich in einem Blackscreen endeten. Am verrücktesten war, dass ich aus irgendeinem Grund in der Welt von Dragon Quest I landete. Ich habe von vielen Glitches gehört – aber noch von keinem, der einen von einem Spiel ins nächste verfrachtet. Besonders ulkig, da ich die Items aus DQII behalten habe. Das Aussehen des Helden änderte sich und die Welt von DQI sah sehr defekt aus. Ein Vorankommen war leider nicht möglich, sobald man geglitcht ist und das war wirklich nervig.
1,75 / 5

Bewertung und Fakten

Es ist anhand der Screenshots einfach zu entnehmen, dass Dragon Quest II technisch im unteren Spektrum angesiedelt ist. Natürlich ist die Grafik nicht alles aber auch das Gameplay bleibt zu simpel, um wirklich faszinieren zu können. Das Spiel ist zwar keine Katastrophe aber es bietet einfach keine Überraschungen, sondern ein sehr normales RPG-Durchschnittsprogramm.

Ich nehme an, das soll die Feuerquelle des Leuchtturms sein?
  • Musik
  • Viele Quality of Life Features verglichen mit NES-Version
  • Offene Welt
  • Hauchdünne Handlung
  • Gewöhnliches Gameplay
  • Gamebreaker Glitches

Würde einen wenigstens die Handlung am Ball halten, wie bei Final Fantasy IV oder Glory of Heracles III aber die Handlung ist sehr dünn konzipiert und kein Argument für das Spiel. Nur Leute, die wirklich Freude an quietschbunten DQ-Welten haben, oder mehr über die Ursprünge der Spielreihe erfahren wollen, sollten sich diesen Titel vornehmen.

Genre: Rollenspiel (rundenbasiert)
Preis: circa 15€ bis 20€ für ein original japanisches Modul bei ebay
Schwierigkeit: Mittel

Atmosphäre / Story: 2,5 / 5
Grafik: 2,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2,25 / 5
Musik und SFX: 3,88 / 5
Steuerung: 3,75 / 5
Spaßfaktor: 1,75 / 5

Gesamt: 2,77 / 5

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