Lufia and the Fortress of Doom (a.k.a. Estpolis Denki)
Definitiv ein Spieltitel der allen SNES-Begeisterten in Europa etwas sagt aber es gibt ein Problem, die meisten werden an ein anderes Spiel denken. Denn was bei uns in Europa als Lufia erschien, war in Wirklichkeit Lufia 2 – Curse of the Sinistrals, der erste Teil erschien ausschließlich in den USA und Japan im Jahre 1993. Entwickelt wurde Lufia 1 von der Neverland Company und vertrieben wurde es von Taito.
Atmosphäre / Story
Die Handlung beginnt mit dem Finale von Lufia 2 Curse of the Sinistrals, wie Maxim, Selan, Guy und Artea die 4 Höllenfürsten besiegen und deren Festung langsam zerbröckelt. Diese Helden schafften es für Frieden auf der Welt zu sorgen und machten sich somit weltweit einen Namen. Somit handelt es sich bei Lufia 1 chronologisch gesehen um den Nachfolger von Teil 2 – gar nicht verwirrend!

100 Jahre später wird ein junger Soldat des Königreichs Alekia dazu aufgefordert ein Gerücht aufzuklären, welches den König des Landes beunruhigt. Und ab da nimmt alles Weitere seinen Lauf. Der Protagonist selbst sieht Maxim aus dem zweiten Teil sehr ähnlich und ist auch tatsächlich ein Nachkomme von ihm.


Die gesamte Aufmachung ist zwar gut aber der weitere Handlungsverlauf ist nicht so interessant mit wiederkehrenden Erzfeinden gestaltet, wie im zweiten Teil. In Lufia 1 gibt es viele Fetch-Quests und es geht eher darum, die Erweckung der bösen Höllenfürsten aufzuhalten, was aufgrund ziemlich belangloser Handlanger dramaturgisch wenige Höhen hat.
3,25 / 5
Grafik

Was die Grafik angeht, steht der erste Teil klar hinter dem zweiten Teil. Was aber auch wirklich niemanden wundern sollte. Was die Umgebung angeht an würde man nicht unbedingt erkennen, ob es sich um Teil 1 oder 2 handelt aber die kleineren, etwas niedriger aufgelösten Charaktersprites verraten es. Ebenso wie der andere Kampfbildschirm, welcher über keine seperaten Hintergründe verfügt. Stattdessen überblendet dieser einfach die aktuelle Draufsicht, wie es auch in einigen Dragon Quest Spielen der Fall ist. Dennoch ist das Gesamtbild überdurchschnittlich, besonders aufgrund der vielen Details.
3,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay
Die Komplexität der Kämpfe fällt überdurchschnittlich aus, erreicht aber keineswegs das Niveau des zweiten Teils. Viele Zauber, Elemente und Waffen machen die Kämpfe weniger einseitig als in vielen anderen Rollenspielen aber bei weitem nicht so taktisch wie im zweiten Teil.


Es gibt drei konkrete Punkte in welchen Lufia 1 seinem Nachfolger bzgl. der Kämpfe gegenüber hinterherhinkt. Dazu gehören die fehlende Möglichkeit Zauber auf Gegner zu verteilen, das Fehlen von Zornwaffen und die Abwesenheit von Kapselmonstern. In den Dungeons sind die Rätsel ebenfalls deutlich einfacher gestrickt als im Nachfolger aber im Durchschnitt trotzdem anspruchsvoller als in Breath of Fire oder Dragon Quest III.
3 / 5
Musik und Soundeffekte
Der zweite Teil von Lufia war allein aufgrund seines Soundtracks schon ziemlich beliebt in Deutschland und ich muss eingestehen, dass in Lufia 1 ebenfalls eine Menge richtig gemacht wurde.
Viele Lieder haben wieder diesen Lufia typischen ritterlichen Auftakt. Einige Lieder wirken betrübt und leidlich, andere wiederum eher rockig, wie das Battle Theme – also eine gute Abwechslung! Hinsichtlich der Soundeffekte wird man sehr viel wiedererkennen, wenn man den zweiten Teil bereits kennt, denn das meiste ist beinahe identisch, also ziemlich gut. Lediglich die Kompression scheint stärker auszufallen wodurch die Soundqualität minimal leidet.
3,64 / 5
Steuerung
Die Steuerung erfolgt einwandfrei, ein rundenbasiertes Rollenspiel muss sowas auch liefern. Obwohl die Tastennutzung etwas flach fällt, da man nur Bestätigen oder Ablehnen muss mit den Action-Buttons. Da die Steuerung mit dem D-Pad präzise erfolgt, genau wie jede Hitdetection ist das Ergebnis dennoch gut. Lediglich die etwas langsame Art zu gehen hätte schneller ausfallen können. Jedoch so schlimm wie in Breath of Fire oder Light Fantasy ist diese aber nicht.
Für Rollenspiele recht unpraktisch: Die große Welt von Lufia verfügt über keine Weltkarte oder einen Kompass. Das ist ziemlich lästig, um das zu umgehen empfehle ich diese übersichtliche Karte von Gamespot.
4,25 / 5
Spaßfaktor
Hierbei handelt es sich auf jeden Fall um ein spaßiges Rollenspiel. Leider ist dies nicht einer tollen Kampfmechanik geschuldet, sondern der Kombination aus lebhafter Welt und gutem Leveldesign. Besonders das Leveldesign ist kreativer und verschachtelter als bspw. in Dragon Quest III oder Breath of Fire. Schade nur, dass die Gruppe so klein bleibt, hat man 4 Mitglieder erreicht, bleibt es dabei.

Einige Dinge sind ein wenig steif und langsam aber es wird zu keiner großen Spaßbremse, außer man verirrt sich in einem Dungeon und wird durch die Kämpfe genervt. Speichern kann man nur in Kirchen, innerhalb von Dungeons befinden sich leider nie Speichermöglichkeiten, was etwas unkomfortabel ist. Doch mit dem Escape- und Warp-Zauber (bzw. den Items mit selbiger Funktion) kommt man relativ schnell zu einem Speicherpunkt. Lufia bietet mit circa 40 Spielstunden ein langes Spielerlebnis.
3 / 5
Bewertung und Fakten
Ein in der Tat ziemlich lebhaftes Rollenspiel, allerdings flacht die Lebhaftigkeit ab und wird speziell gegen Ende etwas ins Grinding ausarten und in mehreren Fetch-Quests und das ist unter Umständen nicht jedermanns Sache.

- Lebhafte Dialoge
- Viele Zauber
- Gutes Leveldesign
- Zum Ende hin viel Grinding
- Manchmal nicht klar wohin
- US-Version leicht zensiert
Wer mehr vom Niveau des zweiten Teils erwartet wird enttäuscht, Lufia 1 ist eher ein sanftes Herantasten an das, was die späteren Lufia Spiele ausmacht. Es ist zwar ohne Zweifel ein ganz gutes Spiel, doch es läuft stückweise zu gemächlich ab und verglichen mit dem zweiten Teil mangelt es hier an Umfang und inhaltlicher Dramaturgie.
Zensur

Siehe da, die US-Version von Lufia and the Fortress of Doom wurde zensiert. Es sind aber nur marginale Grafikänderungen. Bspw. haben die Mädels im Häschenoutfit normale Kleidung bekommen und das Outfit des Priesters und die christlichen Kreuze wurden entfernt. Die japanische Version enthält diese Grafiken und man kann dies per Patch (bzw. Romhack) korrigieren, welcher die japanischen Grafiken wieder ins Spiel bringt. Dadurch sehen die Kirchen deutlich sinnvoller aus und ein zuvor fehlender Flair kommt zurück, wodurch das Kunstwerk in seiner ursprünglich gewollten Pracht erstrahlen kann. Abgesehen davon: Christ is King!
Genre: Rollenspiel (rundenbasiert)
Preis: circa 150€ bis 200€ für US-Original auf ebay
Schwierigkeit: Mittel
Atmosphäre / Story: 3,25 / 5
Grafik: 3,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 3 / 5
Musik und SFX: 3,64 / 5
Steuerung: 4,25 / 5
Spaßfaktor: 3 / 5
Gesamt: 3,44 / 5
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