Markos Magic Football

Dieses Fußball Jump and Run wurde von Domark entwickelt und erschien 1995 ausschließlich in Europa. Markos Magic Football basiert weder auf einem Comic noch einem Cartoon, obwohl es danach aussieht. Publisher hierfür war Akklaim. Es gab ebenfalls eine Version für SEGA Mega Drive und SEGA Mega-CD, die auch in den USA veröffentlicht wurde.

Atmosphäre / Story

Böser Mann, dem eine Spielzeugfabrik gehört, mutiert mithilfe eines Wissenschaftlers hilflose Tiere zu Monstern. Marko beobachtet wie die Schergen des Colonel Brown eine giftige grüne Suppe in die Kanalisation kippen, damit noch mehr Tiere mutiert werden. Der grüne Schleim, der dies verursacht, trifft auch Markos Ball und so wird dieser zu einem magischen Superball. Mit diesem hat Marko nun die Möglichkeit diesem kriminellen Treiben ein Ende zu setzen. Anstatt die Polizei zu verständigen, tut Marko aber genau das Gegenteil und macht sich selbst auf, um in North Sterlington für Ordnung zu sorgen.

Markos Magic Football wirkt stark so, als wäre es eine Comic- oder Cartoonadaption, was aber nicht der Fall ist. Dennoch trägt dies zum Charme des Spiels bei. Die Handlung wird nach dem Intro nicht wirklich weiter aufgegriffen, man läuft einfach nur von Level zu Level und muss unterschiedliche Missionsziele erfüllen. Das ist akzeptabel für ein Jump and Run aber man hätte durchaus mehr draus machen können.
3 / 5

Grafik

Markos Magic Football kommt mit einem ungewöhnlichen Grafikstil daher. Der Stil kommt einem vertraut vor, was wahrscheinlich am cartoonigen Look liegt, welcher entfernt an den Dennis the Menace Cartoon erinnert. Marko selbst sieht super aus, seine Bewegungsabläufe sind flüssig und es gibt unerwartet viele Keyframes in allen Animationen. Die Gegner sehen teilweise etwas lustig aus, jedoch bin ich mir nicht ganz sicher, ob das sonderlich attraktiv ist oder nicht 😀

Grüne Schleimis nehmen überhand.

Die Ebene, über die man sich bewegt, sieht überwiegend gut aus und bietet eine hohe Varianz an Grafiken. Die Hintergründe sehen häufig etwas flach aus: Besonders im ersten Level ist der Hintergrund ungewöhnlich stark verschwommen. Manchmal passen Vordergrund und Hintergrund stilistisch nicht einwandfrei zusammen. In einigen Leveln wird auch die vorderste Ebene genutzt, um für einen besseren Tiefeneindruck zu sorgen, was gut gelingt. Im Durchschnitt ist das grafische Ergebnis aber völlig in Ordnung, es wird nur kaum jemanden vom Hocker reißen. Zudem wird die Auflösung seitlich beschnitten.
3 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Der magische Fußball ist Markos einzige Waffe und mit genau mit diesem Ball müssen Gegner abgeschossen werden. Gewöhnt man sich an die verschiedenen Schussarten, funktioniert dies sogar ganz gut. Marko kann den Ball auch mit dem Kopf dribbeln und ihn somit weit nach oben köpfen, um Ziele über ihm zu treffen. Ein Konzept, welches verblüffend ähnlich in Hurricanes umgesetzt wurde. Doch in Markos Magic Football sind die Animationen teilweise zu lang, was dazu führt, dass man von Gegnern erwischt wird, bevor man die Gelegenheit bekommt den Ball zu treten, beziehungsweise zu köpfen. Dadurch und durch das komplexe Leveldesign ist das Spiel weniger dynamisch.

Diese Wege zu finden ist ziemlich schwierig.

Toll ist, dass man auch auf den Ball draufspringen kann, um ihn als Trampolin zu nutzen. Diese verschiedenen Moves verleihen dem Spiel eine kleine Rätselkomponente, da man häufiger mit der Fragestellung konfrontiert wird „Wie kommt man dort hin?“ oder „Wie schieße ich das am besten ab?“. Diese Fragestellung wird durch die in einigen Levels sehr häufig vorkommenden Geheimräume verstärkt, wie bei dem Bild oben, wo nicht ersichtlich ist, dass man an dieser Stelle durchgehen kann.

Diagonale Schüsse sind nicht einfach aber notwendig.

Leider ist das Leveldesign häufig ein Stück zu chaotisch und kann verwirren. Quasi dasselbe Problem wie in Chaos in the Windy City und Hurricanes.
3,25 / 5

Musik und Soundeffekte

Markos Magic Football enthält zwar Musik und SFX aber ich muss zugeben, dass es ziemlich wenige Soundeffekte gibt. Teilweise so wenige, dass man den Eindruck erhält, dass da etwas vergessen wurde. So gibt es kein Springgeräusch, kein Einsammelgeräusch (wenn man Sterne oder Dosen einsammelt) und auch kein Geräusch, wenn man den Ball schießt. Das ist ziemlich merkwürdig, denn gerade das hätte dem Spiel deutlich mehr „Ball-Feeling“ verleihen können.

Die Theme klingt klimpernd und übersteuert, was auch in anderen Tracks gelegentlich vorkommt. Aber an sich sind die Lieder durchaus stimmungsvoll, nur nicht besonders vielfältig.
2,83 / 5

Steuerung

Markos Magic Football hat leider eine ziemlich altbackene Steuerung, die mich an Amiga Spiele erinnert. Obwohl der kleine Marko mit recht vielen Moves daherkommt, so ist die Steuerung trotzdem ziemlich sensibel und erfordert gleichzeitig sehr viel Präzision. Der diagonale Schuss, welcher häufig benötigt wird, um Gegner zu treffen, muss gut getimt werden, sonst macht man unnötigerweise einen Schritt nach vorne und läuft in ein Projektil oder in einen Gegner rein.

Manchmal unterscheiden sich die Levelziele.

Erst relativ spät im Spiel bemerkte ich, wie wichtig der Ballrückruf ist, welcher über X stattfindet und den Ball zurück in Markos Richtung bewegt. Diesen muss man teilweise nutzen, um Gegnern hinter Wänden oder auf anderen Ebenen zu schaden.

Per Kopfball dem oberen Gegner schaden.

Doch was wirklich frustrierend sein kann, ist die Sprungkurve. Marko kann nämlich ziemlich hoch springen aber nur ein kleines bisschen nach vorne, insofern man nicht gerade läuft, wodurch man häufig runterfällt. Die relativ lange Animationsdauer seiner Moves macht die Handhabung auch nicht flexibel genug. Die Steuerung benötigt eine längere Eingewöhnungsphase, hat man diese überwunden, dann geht es.
3 / 5

Spaßfaktor

Eigentlich ist echt viel an Markos Magic Football ziemlich gut gelungen, besonders, dass das Spiel auf eine klassische Weise fair ist, denn insofern man die Steuerung beherrscht, kommt man ziemlich gut durch das Spiel. Aber der Weg dorthin ist ziemlich anstrengend und es fühlt sich zum Teil wie Arbeit an sich diese Skills zu erkämpfen.

Gerade vom Dach geplumpst, tolle Gegnerplatzierung: Schaden unausweichlich.

Die komplette Gestaltung ist durchaus einladend und macht neugierig auf mehr, denn jedes Level präsentiert sich ausreichend anders. Doch ohne Bosse und irgendwelche Upgrades, die man einsammeln kann, ist das alles zu träge. Ok, es gibt einen Boss … aber diesen wirklich als Boss zu bezeichnen, ist zu viel des Guten.

Sehr schlechter Übergang von Rasen zum Giftschlamm, man muss doppelt und dreifach hingucken.

Glücklicherweise kann man dieses ziemlich schwierige Spiel per Passwortsystem fortsetzen. Das kompensiert gewissermaßen, die viel zu geringe Lebensanzahl, die man hat und diverse Frustmomente, die aufgrund von fieser Gegnerplatzierung, ungünstiger Farbgebung und der Steuerung verursacht werden.
2,5 / 5

Bewertung und Fakten

Für Fußballfans ist Markos Magic Football wahrscheinlich nicht so relevant. Doch für jeden, der gerne selbst Kunststücke mit einem Fußball geübt hat oder diejenigen, die auf SNES Spiele im Cartoonlook stehen, sollte dieses Spiel nicht uninteressant sein.

Schöner Sonnenstrahleffekt.
  • Gute Ballphysik
  • Oft ist Köpfchen gefragt
  • Einige Moves
  • Teils unfassbar frustrierende Passagen
  • Steuerung muss man exakt beherrschen
  • Nervige Art zu Springen

Das Spiel kommt trotz seiner vielen Details und Möglichkeiten, mit einigen Schwächen hinsichtlich des Leveldesigns und Gegnerverhaltens. Insgesamt ist es einen Blick wert, wenn man einplant ab und zu mal tief durchatmen zu müssen, denn Frustmomente lauern an vielen Ecken und werden leider einige Spieler verscheuchen.

Genre: Jump and Run / Puzzle
Preis: circa 14€ bis 20€ für eine PAL-Version auf ebay
Schwierigkeit: Schwer bis sehr schwer

Atmosphäre / Story: 3 / 5
Grafik: 3 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 3,25 / 5
Musik und SFX: 2,83 / 5
Steuerung: 3 / 5
Spaßfaktor: 2,5 / 5

Gesamt: 2,93 / 5

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