Pinocchio
Ein weiteres SNES-Spiel zu einem Disneyfilm von 1940. Somit erschien Pinocchio schlappe 56 Jahre zu spät im Jahr 1996. Aber da es damals noch keinen Super Nintendo gab, ist das verzeihlich. Das Spiel wurde von Virgin Interactive programmiert und sowohl von Virgin als auch Disney Interactive und Capcom vertrieben.
Atmosphäre / Story
Verglichen mit Jungle Book erhält man in diesem Spiel zwischen allen Leveln kleine bebilderte Erklärungen, welche klarmachen was passiert. Diese sind etwas kurz und erlauben einem nicht in die eigentliche Tiefe der Handlung einzusteigen. Aber es ist nur ein SNES-Spiel und kein 10-stündiger Vortrag von Jordan Peterson, den ich nebenbei bemerkt wärmsten empfehle.

Für ein Spiel seiner Zeit und diesem Genre reicht das völlig aus. Die generelle Stimmung ist abenteuerlich aber irgendwie betrübt, trotz mangelnder Details aber gelungen.
4 / 5
Grafik
Die Präsentation von Pinocchio glänzt in jeder Hinsicht. Gute Nutzung der Ebenen und der authentische Cartoonlook machen das Spiel einfach zu einem Hingucker. Als Kind sah ich das Spiel zum ersten Mal bei Karstadt und war mir nicht ganz sicher, ob ich einen Cartoon oder ein Videospiel betrachtete.

Besonders die sehr flüssigen Sprite-Animationen machen richtig was her. Als hätte man handgezeichnete Animationen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kannte, in ein Videospiel integriert, etwas was sonst nur CD-basierte Spiele konnten. Eine wirklich gute Leistung für SNES. Lediglich einige Umgebungen fallen ein wenig einfallslos vom Design her aus, wodurch sich die Umgebungen dauerhaft wiederholen, wie bei obigem Screenshot. Aber dem hervorragenden Gesamteindruck schadet das nicht wirklich, zudem ist die Performance einwandfrei.
4,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay
Wäre man bloß halb so einfallsreich gewesen, was die spielerischen Aspekte dieses Spiels angeht, wie bei der Grafik. Aber weit gefehlt. Alles sieht in dem Spiel nach Jump and Run aus aber wer es ein paar Minuten lang spielt wird schnell merken, da kommt immer noch „etwas“ hinzu. Und grob zusammengefasst ist das häufig eine nervige Puzzlekomponente.

Und obwohl dadurch Abwechslung entsteht, gestaltet sich Pinocchio auf diese Weise als ein ziemlich anstrengendes Spiel. Denn jedes Level tendiert dazu schlechte oder gar keine richtigen Hinweise zu geben, wie man weiterkommt. Man muss einfach suchen und hin und her gehen, bis man keine Lust mehr hat. Der einstellbare Schwierigkeitsgrad ändert daran so einiges aber an der merkwürdigen Grundkonzeption des Spielgeschehens ändert das nichts. Weitere Items kann man ebenfalls nicht einsammeln, was wirklich schade ist, es wäre eine gute Gelegenheit gewesen der Holzpuppe ein paar coole Skills zu verschaffen.
2 / 5
Musik und Soundeffekte
Das Spiel startet mit einem sehr schönen Theme, doch alles, was danach kommt, klingt ein grobes Stück schlechter. Besonders das Lied des Vergnügungsparks kann einem schnell auf die Nerven gehen, da es etwas übersteuert und quietschig klingt. Aber alles in allem sind die Lieder überdurchschnittlich gut. Mit 10 Liedern ist der Soundtrack allerdings etwas kurz geraten und die Soundeffekte sind ebenfalls nur leicht überdurchschnittlich gelungen.
3,34 / 5
Steuerung
Trotz der ausschweifenden Sprite-Animationen ist die Steuerung dadurch nur minimal beeinträchtigt, verglichen mit anderen Games, die vor kinoreifen Animationen strotzen. Dadurch lässt sich Pinocchio einfach gut steuern, man muss sich ein kleines bisschen in einigen Leveln an gewisse Aspekte gewöhnen aber verglichen mit den Infogrames Spielen ist das hier gar nichts. Obendrein hat das Spiel leider nur zwei Aktionen, springen und angreifen.
4,25 / 5
Spaßfaktor
Wer Pinocchio mag, wird schon irgendwie seinen Spaß an diesem Spiel haben, denn sehr viel wurde authentisch umgesetzt und natürlich passte nicht alles aus dem Disney Film hier rein. Dennoch hätte das Spiel 1-2 Level länger sein können, allerdings hätte man wahrscheinlich ein Passwortsystem einbauen müssen, was man hier nicht getan hat. Da das Spiel durchaus kniffelig werden kann, weil man entweder nicht weiß, wo man gerade hin muss oder schon wieder irgendwas nicht findet, ist es ziemlich müßig Pinocchio am Stück durchzuzocken aber man hat keine andere Wahl.

Dennoch gibt es hier und da ein paar Sympathiepunkte die einfach ziehen, welche zum großen Teil der guten Inszenierung geschuldet sind. Doch was hier insgesamt spielerisch abgeliefert wurde, ist einfach nichts Interessantes. Man sollte unbedingt beim ersten Mal den Easy Schwierigkeitsgrad wählen, um einen Weg in dieses seltsame Gameplay hineinzufinden.
2 / 5
Bewertung und Fakten
Mit Pinocchio hat man ein sehr durchschnittliches Jump and Run vor sich, welches auf visueller Ebene glänzt. Es wurden eindeutig mehr Ressourcen in die Aufmachung gesteckt als in die spielerischen Aspekte und das merkt man sehr schnell.

- Super Cartoon Grafik
- Abwechslung
- Ständig unklar wohin
- Einige Passagen sind zu lang
Zudem hätte man die Nebencharaktere, wie die Fee, den Kater Figaro und Jiminy Cricket deutlich besser integrieren können. Jiminy erhält zwar ein visuell beeindruckendes Mini-Level aber was genau der Sinn dieser Etappe war, bleibt schleierhaft. Zudem ist es seltsam, dass ausgerechnet der Gag mit der langen Nase beim Lügen keinerlei Erwähnung findet. Die potenziellen Eigenschaften einer Holzpuppe wurden ebenfalls nicht richtig integriert, was eine vertane Chance ist.
Genre: Jump and Run / Puzzle
Preis: circa 12€ bis 16€ auf ebay
Schwierigkeit: Mittel bis schwer
Atmosphäre / Story: 4 / 5
Grafik: 4,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2 / 5
Musik und SFX: 3,34 / 5
Steuerung: 4,25 / 5
Spaßfaktor: 2 / 5
Gesamt: 3,39 / 5
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