Populous

Nach über 300 Tests kommt jetzt erst mein zweites Echtzeit-Strategiespiel. Liegt natürlich auch daran, dass es kaum Spiele dieses Genres für SNES gibt. Populous ist eines der ersten Super Nintendo Spiele und erschien bereits 1989 für diverse Systeme und kam dann 1990 für SFC heraus. Dieser Titel wurde von Bullfrog entwickelt und von Electronic Arts und Akklaim veröffentlicht. Das Spiel wurde von dem bekannten Entwickler Peter Molyneux erdacht, welcher auch hinter Klassikern wie Theme Park und Dungeon Keeper steckte.

Atmosphäre / Story

Verglichen mit Hiouden – Legend of the Scarlet King, gibt es hier wirklich gar keine Handlung. Das ist eine vertane Chance aber man muss auch berücksichtigen, dass Hiouden obendrein ein RPG ist und Populous nicht.

Dafür ist Populous das erste „Du bist ein Gott und steuerst das Schicksal deines Volkes“-Spiel, wie in Black & White, welches ebenfalls von Peter Molyneux stammt. Genau in dieser Hinsicht punktet das Spiel verdammt gut, denn das Feeling, ein übernatürlicher Herrscher über ein Land oder eine Zivilisation zu sein, kommt gut rüber. Mit einem Tastendruck kannst du helfen oder auch zerstören.

Nach jeder bestandenen Mission sieht man einen mysteriösen vampirähnlichen Humanoiden, der einem gratuliert, doch was es mit dieser Person auf sich hat, bleibt ein Mysterium. Das Spiel startet in der frühen Antike und nimmt einen dann in verschiedene Zeiten und Welten mit.

Zwischensequenzen oder ein Intro fehlen leider. Glücklicherweise ist das Taktieren und die nachdenkliche Stimmung in die einen das Game befördert ganz in Ordnung. Es ist schade, dass die Kontrahenten in allen Missionen gesichtslos bleiben aber vielleicht soll es ja auch immer dieser Vampirtyp sein?
3,75 / 5

Grafik

Da Populous eines der ersten SNES Spiele war, kann man auf technischer Ebene nicht so viel erwarten und diese geringe Erwartung erfüllt sich auch tatsächlich in der Präsentation des Spiels. Insgesamt sind die Grafiken sehr simpel gehalten, doch man erkennt alles, was man erkennen muss. Dies hängt unter anderem mit dem ungewöhnlichen rautenförmigen Spielausschnitt zusammen, welcher von einer Menümaske umgeben wird.

Sehr interessante Gestaltung.

Die Sprites, Gebäude und die Landschaft sind einfach, kommen aber mit einem riesigen Vorteil: Populous läuft einigermaßen flüssig. Zwar mögen einige der Charakteranimationen über etwas wenige Frames pro Sekunde verfügen. Doch es läuft, was die Performance angeht ganz ok und das ist eine positive Überraschung. Gerade die Performance war einer der größten Haken an Hiouden und Sim City 2000, diese mag in Populous zwar immer noch nicht perfekt sein, doch ich habe deutlich Schlimmeres erwartet.
3,25 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Mit Echtzeit-Strategiespielen kenne ich mich nicht gut aus aber ich würde behaupten, dass Populous ein recht ungewöhnliches und eigenes Spielkonzept verfolgt, da man keine extra Armeen aufbauen muss. Stattdessen ist jeder ein potenzieller Kämpfer und das klassische Bauen von Gebäudetyp A mithilfe von Ressourcen XY, welches notwendig ist um Gebäude B auszubauen, damit man Ressource C abbauen kann, entfällt – zum Glück!

Derartige Festungen sind der größtmögliche Gebäudetyp in Populous.

Stattdessen überrascht Populous mit einem relativ simplen Strategieprinzip: Die Bevölkerung muss so zahlreich wie möglich sein, es gibt nur normale Behausungen, in verschiedenen Größen und damit die Bevölkerung sich ausbreiten kann, muss das Terrain geebnet bzw. aufgeschüttet werden. Das ganze unterliegt einem Zeitdruck, da der Gegner dasselbe tut. Wem es am besten gelingt, der hat die meisten Leute und gewinnt die Schlacht.

Jede Mission hat ihre eigenen Beschränkungen.

Damit man nicht nur stumpf herumbaut, gibt es Katastrophen, die man selbst (wie Zaubersprüche in RPGs) durch Mana auslösen kann. So z.B. Erdbeben, welche Gebäude zerstören und das Terrain leicht verändern. Überschwemmungen, welche 3 Ebenen dauerhaft unter Wasser setzen oder einen wütenden Ritter, welcher gezielt Häuser angreift. Abhängig von der Mission, sind einige dieser Katastrophen nicht zugänglich, doch dies sind man immer zu Beginn einer Mission.
4 / 5

Musik und Soundeffekte

So interessant das Spielkonzept für SNES sein mag, so lahm ist leider die musikalische Untermalung. Denn viel mehr als eine Art düstere Tempelmusik, die nach Opferritual klingt, kriegt man nicht zu hören. Diese ist in Ordnung, da sie nicht großartig nervt oder ablenkt aber bei der großen Anzahl an Maps, ist das ziemlich dürftig.

Aber die Untermalung hinsichtlich der Soundeffekte ist dafür ganz gut gelungen. Die Einheiten machen je nach Rasse unterschiedliche Geräusche, man erkennt Katastrophen am Geräusch und an sich klingen die SFX einfach stimmig.
2,32 / 5

Steuerung

Obwohl das Spiel total so aussieht, als könnte es kompatibel mit der SNES Maus sein, ist dies nicht der Fall. Erst der zweite Teil von Populous ist damit kompatibel.

Einige Welten, die man erobert sind reichlich schräg.

Die Menüführung ist erstaunlich einfach, trotz diagonaler Anordnung, was für SNES Games keine Selbstverständlichkeit ist. Aber auch die Bedienung des eigentlichen Spielgeschehens ist schnell erlernt und intuitiv. Außer man schraubt die Spielgeschwindigkeit hoch, tut man dies, so gibt es etwas Probleme mit der Registrierung des Inputs, sodass man fast schon sowas wie einen Doppelklick ausführen muss, damit das Spiel begreift, was man gedrückt hat. Bei niedriger oder mittlerer Spielgeschwindigkeit ist dies selten ein Problem. Erst wenn sich die Map stark mit Einheiten befüllt hat, kann die Steuerung etwas nachziehen.
3,5 / 5

Spaßfaktor

Dieses Strategiespiel kommt aufgrund seiner relativen Simplizität mit einer ziemlich geringen Einstiegshürde, was gerade Strategiemuffel freuen sollte. Dank der abwechslungsreichen Welten und einfachen Steuerung hat dieses Strategiespiel mich durchaus ergriffen und ganz schnell sind einige Stunden verflogen.

Schweinchen gegen Schweinchen… wäre lustig, wenn man hier einen großen bösen Wolf beschwören könnte.

Ich muss zwar zugeben, dass es häufiger mal Passagen gibt, in denen ich nicht ganz verstanden habe, was ich falsch mache, doch nach einigen Versuchen, lies sich jede Mission bewältigen und das Spielerlebnis war wirklich nice.

Aufgrund des enormen Umfangs, mit 100en von Missionen, ist der Dauerspaßfaktor wirklich hoch. Doch sobald man alle Rassen mit ihren Stärken und Schwächen kennengelernt und begriffen hat, wie man sinnvoll die Katastrophen nutzt, wird schon klar, dass die tatsächliche Spielvarianz vielleicht nicht ganz so hoch ist, wie man im ersten Moment glauben mag.
4,25 / 5

Bewertung und Fakten

Wie bereits erwähnt sind Strategiespiele, vor allem die in Echtzeit, nicht mein Ding. Doch Populous hat mich fasziniert, da es nicht wie typische PC-Strategiespiele abläuft, sondern weil es eher darum geht, das Terrain strategisch zu nutzen, für einen finalen Clash der Zivilisationen und dieser ist wirklich spannend.

Der Ritter verbrennt so viele gegnerische Gebäude, wie er nur kann.
  • Passable Performance
  • Gigantischer Umfang
  • Viele verschiedene Designs
  • Nach einigen Missionen etwas einseitig
  • Manchmal hakelige Steuerung

Da das Spiel gut zugänglich ist, sollte es für jeden gut spielbar sein, trotz kleinerer technischer Macken. Richtige Strategiefanatiker werden Populous aber vielleicht zu einseitig finden. Und wer davon nicht genug kriegt, kann sich immer noch dem zweiten Teil widmen 😀

Genre: Strategie (Echtzeit)
Preis: circa 14€ bis 17€ bei ebay
Schwierigkeit: Einfach bis sehr schwer

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,25 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 2,32 / 5
Steuerung: 3,5 / 5
Spaßfaktor: 4,25 / 5

Gesamt: 3,51 / 5

Submit your review
1
2
3
4
5
Submit
     
Cancel

Create your own review

SNES-Testberichte.de
Average rating:  
 0 reviews

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *.

*
*
You may use these <abbr title="HyperText Markup Language">HTML</abbr> tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

eins + zwanzig =