Prehistorik Man

Für SNES gibt es komischerweise eine Menge Steinzeit Games, doch bisher habe ich keinen dieser Titel getestet, bis auf EVO, welches lediglich passagenweise dieses Szenario berührt. Nun ist es Zeit für Prehistorik Man, welches 1995 in Japan und 1996 in Europa und Nordamerika erschien. Das Spiel wurde von Titus entwickelt und sowohl von Titus selbst, als auch von Kemco vertrieben.

Atmosphäre / Story

Nach einem ausgiebigen Intro wird man mit diversen Spielmechaniken vertraut gemacht und dann startet das Geschehen von Prehistorik Man auch schon. Ein Dorf hungert und benötigt Nahrung, also macht sich Protagonist Sam auf, um besagte Nahrung zu besorgen. Besonders Knochen sind irgendwie wichtig, deswegen soll Sam zum Dinosaurierfriedhof. Eventuell mögen die Höhlenmenschen das Knochenmark aus den Dinoknochen?

Schlecht gelagerte Vorräte von Dinos geplündert!

Zwischendurch gibt es allerlei humorvolle Einlagen und Gespräche, was der generellen Steinzeitstimmung guttut. Auch sonst ist das steinzeitliche Stimmungsbild gut gelungen, da auf viele Details geachtet wurde. Für ein Jump and Run, auf jeden Fall weit über dem Durchschnitt.
3,75 / 5

Grafik

Grafisch liegt Prehistorik Man im guten Bereich. In vielen Leveln sind besonders die vielschichtigen Hintergründe äußerst lobenswert.

Es wird häufiger mit Helligkeit und Dunkelheit gespielt.

Manchmal sehen die Gegnersprites richtig toll aus und manchmal etwas knuffig, das ist ein etwas merkwürdiger Kontrast. Die Steinzeitmenschen sind alle gut gelungen und stilistisch etwas komödiantisch angehaucht. Gelegentlich gibt es sehr große und gelungene Bossgrafiken zu sehen, die Performance bleibt durchweg gut.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Von sich aus ist Sam nicht in der Lage besonders viele Dinge zu tun, er hat seine Keule und mit der schlägt er zu. Aber es gibt allerlei situations- und umgebungsbedingte Gameplay Änderungen, wie z.B. den Glider, mit dem man durch die Gegend schwebt. Obendrein erhält man gelegentlich Fernkampfwaffen, welche einem das Vorankommen enorm erleichtern oder einen Speer, mit dem man Wände hochspringen kann.

Wie man wohl an das Fastfood herankommen soll?

Obwohl hier verglichen mit Donkey Kong Country bisschen was fehlt, um die komplette Spielmechanik als herausragend zu bezeichnen, so hat das Spiel den Vorzug viele Secrets zu enthalten. Obendrein hat jedes Level so seine Eigenart: Manchmal muss man ein Fluggerät nutzen, Edelsteine finden, vor einem Feuer fliehen oder einfach nur nach rechts zum Ziel gehen. Dies und viele weitere Spielkonditionen bringen ausreichend Abwechslung ins Spiel.

Allerdings wirken einige Level in Prehistorik Man etwas uninspiriert, denn manchmal dauert ein Level einige Minuten mit viel hin-und-her, während andere Level in 90 Sekunden durch langweiliges Nach-Rechts-Gehen bewältigt werden können. Bosse existieren, sind aber nicht häufig anzutreffen.
3,25 / 5

Musik und Soundeffekte

Auf musikalischer Ebene hat Prehistorik Man wahrscheinlich seine größte Schwäche, denn die meisten Melodien und ihre Umsetzung erfolgen recht simpel mit ähnlicher Instrumentenwahl, wodurch alles am Ende nach Buschmusik klingt.

Glücklicherweise sind die Soundeffekte gut und passend. Obendrein wird man mit einigen lustigen Voicesamples verwöhnt, die eine gute Qualität bieten.
2,94 / 5

Steuerung

Ein Dino? Ein Zombie? Ein Drache?

Da jedes Level seine Eigenart hat, kommt auch häufiger mal eine Steuerungseigenart, die nicht unbedingt offensichtlich ist. So muss man in einem Level springen und in die Luft schlagen, um versteckte Plattformen zu entdecken, was dann in späteren Leveln nicht mehr vorkommt. Genauso verhält es sich mit dem Ausgraben von Löchern. Dann gibt es Level mit Lianen, bei denen das Herunterklettern und Abspringen nicht so intuitiv erfolgt. Alles muss erst erlernt und gemeistert werden.

Aber eines der größten Probleme bereitet das Laufen, da die Geschwindigkeit sehr plötzlich zunimmt und die Kamera nicht ausreichend hinterherkommt, wodurch man häufig Fehlsprünge ausführt.
3,75 / 5

Spaßfaktor

An sich hat Prehistorik Man einiges zu bieten, doch leider ist fast nichts davon richtig ausgereift. Da jedes Level mit einem neuen Problem kommt, ist es manchmal etwas anstrengend sich mit den Eigenarten jedes Levels auseinanderzusetzen, geschweige denn sich diese zu merken. Andererseits kommen auch einige schöne kleine Überraschungen zwischendurch aber ich bin mir nicht sicher wie gut sich diese Dinge die Waage halten, um richtig Freude zu bereiten. Es gibt keine Speicher- oder Passwortfunktion, was bei dieser Spiellänge inakzeptabel ist.

Von unten steigt Feuer hoch, also schnell nach oben!

Motivationstechnisch hält einen im späteren Verlauf nicht viel bei der Stange, denn die Abläufe sind in vielerlei Hinsicht ähnlich und die ständige Konfrontation mit neuen Hürden, die durch die Steuerung oder die Levelstruktur behindert werden, können anstrengend werden. Speziell die Passage mit dem Kletterspeer hat mir den letzten Nerv geraubt.
2,25 / 5

Bewertung und Fakten

Mit Prehistorik Man, hat man ein unausgewogenes Jump and Run vor sich, welches einen vor allerlei Herausforderungen stellt und grafisch mit vielen positiven Überraschungen kommt.

Vom Schmied erhält man den Wurfspeer.
  • Viele Skills und Gameplay Besonderheiten
  • Kamera wackelt
  • Zu banaler Soundtrack
  • Paar sehr frustrierende Momente

Andererseits fällt die Höhlenmenschenstimmung etwas flach und schafft es nicht wirklich einen vom Hocker zu reißen. Dann muss man das Spiel auch noch am Stück spielen und ich glaube nicht viele Leute werden hierfür die notwendige Motivation finden.

Genre: Jump and Run
Preis: circa 20 € bis 30 € bei ebay
Schwierigkeit: Schwer

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 3,25 / 5
Musik und SFX: 2,94 / 5
Steuerung: 3,75 / 5
Spaßfaktor: 2,25 / 5

Gesamt: 3,28 / 5

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