Tarzan Prototyp

Es gibt für Super Nintendo allerlei Dschungelspiele, wie Disneys Dschungelbuch, Super Pitfall oder Indiana Jones. Aber auch Tarzan sollte ein Spiel mit dem Titel Tarzan: Lord of the Jungle erhalten. Der Publisher GameTek stellte das Spiel 1994 ein, mit der fadenscheinigen Begründung, es sei zu brutal für Kinder. 2019 wurde die ROM dann endlich gedumped. Tarzan zu brutal?

Atmosphäre / Story

Der bekannte Protagonist beobachtet, dass Jane von bösen weißen Dschungelbewohnern entführt wird. Aber, anstatt direkt einzugreifen, wartet er bis die Entführung abgeschlossen ist und versucht dann hinterher den Weg aufzunehmen, um die Alte zu retten.

Oh je, welch ein ulkiger Kindercomic Stil.

Dabei springt man im Tarzan Prototyp durch ziemlich detailliert gestaltete Urwälder, die auch vom Klangbild her gut die Stimmung untermalen. Ansätze von Handlung sind vorhanden und für ein Jump and Run ist das kein schlechtes Bild. Die cartoonigen Zwischensequenzen sind ebenfalls über dem Niveau der meisten anderen Spiele dieses Genres.
3 / 5

Grafik

Eigentlich ganz vielschichtig inszeniert.

An den Leveln und Hintergründen ist wenig auszusetzen im Tarzan Prototyp. Die Bäume und Dschungelhintergründe fallen einigermaßen detailliert aus. Aber die Sprites wirken abgesehen von den Vögeln, teilweise so, als würden sie aus anderen Spielen stammen. Die Bewegungsabläufe von Tarzan und seinen Gegnern sehen ebenfalls nicht sonderlich flüssig aus.

Man merkt, dass es ein Prototyp ist. Hier hockt Tarzan auf einer unsichtbaren Plattform.

Sichtbare grafische Fehler tauchen seltener auf aber es gibt durchaus Fehler, die sich auf die spielerische Ebene auswirken, was einen beim Spielen behindert.
2,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Über solche Stellen rüberzuspringen ist eine häufige Todesursache.

Erneut ein Spiel, welches das bescheuertste Jump and Run Prinzip überhaupt verfolgt, nämlich: Sammle alle Gegenstände ein, dann darfst du das Level verlassen. Genauso war es auch in Die Schlümpfe reisen um die Welt, und das Spiel war ein Reinfall. Genauso ist der Tarzan Prototyp spielerisch zu betrachten, denn der junge Mann kann einfach nix und wozu der Dschungelheld ausgerechnet Goldmünzen einsammeln muss ist mir schleierhaft. Möchte er mit Affen Handel treiben? Möchte er in Afrika das Fiatgeld durch eine stabile Goldwährung ersetzen? Er wollte doch eigentlich Jane befreien…
1,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Es ist gut, dass der Tarzan Prototyp tatsächlich über Musik verfügt. Diese ist nicht sonderlich schön aber bei weitem nicht schlecht. Sehr atmosphärische Dschungelsounds und Tiergeräusche zieren die Tracks dieses Spiels. Leider sind die Lieder aufgrund der enormen Ausreizung von Trommeln und Rasseln am Ende ziemlich ähnlich. Die Loops sind auch meist zu kurz geraten und bieten eine konstante Stimmung.

Soundeffekte existieren kaum. Man hört meistens nur Tarzans stöhnen, wenn er getroffen wird. Gelegentlich gibt es auch Gegner die Geräusche machen.
2,86 / 5

Steuerung

Hier werden wir mit einer steifen und typischen Spiel-zum-Film-Steuerung konfrontiert. Besonders die Präzision beim Springen geht verloren und passt nicht zum Rest der Steuerung, da ausgerechnet die Sprünge sich sehr arcadig anfühlen, weil sie total unrealistisch sind. Dennoch sind diese sehr schwierig abzuschätzen und eine häufige Todesursache. Wie Tarzan sein Messer schwingt, ist armselig von der Geschwindigkeit und Reichweite her, sodass man alleine deswegen Gegner nach Möglichkeit meiden sollte. Mit dem Messer irgendwas zu treffen, erfordert zu viel Übung und Timing.

Normale Tastenbelegung für dieses Genre.

Als wäre die Steuerung nicht schwierig genug, da gibt es auch noch Fallschaden. Fallschaden in einem 2D Jump and Run? Nein danke!
2 / 5

Spaßfaktor

Vergeblich sucht man hier nach Spielspaß. Der Tarzan Prototyp offenbart eigentlich sein komplettes Gameplay im ersten Level und alles, was danach kommt, ist eine grafisch veränderte Iteration derselben Scheiße.

Tarzan fuchtelt mit seinem Messer rum… klappt aber nicht wirklich.

Ohne Secrets, alternative Wege oder Levels mit anderem Gameplay und tatsächlich brauchbaren Waffen, gestaltet sich das Spiel so, dass man es erlernen muss, ohne dafür belohnt zu werden.
1 / 5

Bewertung und Fakten

Es ist ziemlich offensichtlich warum aus dem Tarzan Prototyp niemals ein richtiges Release wurde. Denn Originalität findet man auf spielerischer Ebene leider keine und das macht am Ende keinen Spaß.

  • Einigermaßen gelungene Inszenierung
  • Steife Steuerung
  • Scheußliche Art zu springen
  • Gameplay sehr monoton

Es ist am Ende nicht das schlimmste Spiel des Systems, denn die generelle Aufmachung ist akzeptabel aber ohne das nötige Maß an Abwechslung und einer steifen Steuerung mit fieser Hitdetection, kann man das Spiel zwar anzocken aber für eine Empfehlung reicht es nicht aus.

Genre: Jump and Run
Preis: –
Schwierigkeit: Mittel bis schwer

Atmosphäre / Story: 3 / 5
Grafik: 2,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 1,5 / 5
Musik und SFX: 2,86 / 5
Steuerung: 2 / 5
Spaßfaktor: 1 / 5

Gesamt: 2,19 / 5

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2 thoughts on “Tarzan Prototyp

  • Poe
    Mai 5, 2026 at 17:54

    Ich finde es immer faszinierend, welche Raritäten du ausgräbst. Der Artikel hat mich köstlich unterhalten. Das Spiel ist so grottig beschrieben, dass es fast schon wieder neugierig macht 🙂 Die Schlümpfe reisen um die Welt habe ich CiB und ich habe es unwahrscheinlich gerne gespielt. Aber dort war es logischer Kristallsplitter zu sammeln, als als ein halb nackter Mann Goldmünzen.

  • Alex der SNES-Blogger
    Mai 5, 2026 at 19:05

    Freut mich, dass ich dir was Neues liefern konnte 😀

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