Timecop
Cryo Interactive entwickelte dieses Spiel für die Publisher Victor Entertainment und JVC. Timecop wirkt wie ein Spiel zum Film, genau genommen, ist dies aber eine Fortsetzung des Films. Der Film selbst erschien 1994, das Spiel direkt im Jahr danach, nämlich 1995. Im Film hatte Jean-Claude van Damme die Hauptrolle.
Atmosphäre / Story
Im dystopischen Los Angeles der Zukunft gibt es eine Regierungsorganisation, welche sich um zeitmanipulierende Kriminalität kümmert und versucht diese zu stoppen oder zu vereiteln. Einer der Agenten, welcher von JCVD verkörpert wird, mit dem Namen Max Walker, fängt an etwas festzustellen und geht der Sache nach… und das ist mehr oder weniger das Intro.


Danach geht es einfach mit der Action los und von der Handlung kommt nicht mehr viel, was ziemlich schade ist, denn ein Zeitreise-Actionkrimi hätte prinzipiell viel zu bieten, müsste man meinen. Es gibt zwar noch weitere Zwischensequenzen aber die kommen ziemlich unregelmäßig.
Aus der Inszenierung der Level und den Umgebungen hätte man deutlich mehr machen können, um die Schauplätze eindeutiger und individueller zu gestalten. Das Ergebnis ist nicht übel für ein Jump and Run aber man hätte hier deutlich mehr herausholen können.
3 / 5
Grafik
Grafisch gibt es durchaus einiges zu loben. Dies beginnt direkt bei dem Intro, welches überwiegend ziemlich akzeptable Bilder präsentiert, die groß und eindeutig erkennbar sind. Ganz im Gegenteil zu einigen anderen Titeln, die auf Filmen basieren.

Rein stilistisch kommt ein realistisch anmutender Look, welcher mit einer 16 Bit Konsole mittelprächtig gelingt. Denn am Ende ist vieles zu eckig und die Texturen und Sprites wiederholen sich unfassbar häufig, wodurch schnell alles gleich aussieht innerhalb eines Levels. Unter einem ähnlichen Problem litt auch Mortal Kombat Mythologies Gold.
Ein anderes Problem sind die Bewegungsabläufe, welche aufgrund des abfotografierten Stils, sehr abgehackt wirken. Darunter leiden dann auch die Kollisions- und Hitboxen.
3 / 5
Spielmechanik / Gameplay
Max Walker verfügt über diverse Tritte und Schläge, von denen fast nur einer wirklich nützlich ist: nämlich der Kick aus der Hocke und der Sprungkick. Daraus resultiert, dass die anderen Moves ziemlich redundant wirken.
Timecop wäre natürlich nicht Sci-Fi genug, wenn der Protagonist eine Schusswaffe hätte, welche immer über sehr begrenzte Munition verfügt… ein Problem, das man in der Zukunft anscheinend nicht klären konnte. Obendrein verfügt man noch über einen den Bildschirm klärenden Bombenangriff, welcher selten nützlich ist.

Aufgrund des extrem unkreativen Levelaufbaus gestaltet sich der Spielablauf sehr monoton. Die Gegner, die im Weg stehen, kriegen Kicks aus der Hocke, schießende Gegner werden aus der Hocke erschossen und über alle anderen Gegner springt man am besten drüber. Missionsziele existieren nicht, man läuft leider nur zum Levelende… und das wars. Bosskämpfe sind kaum vorhanden, so schlecht wie die wenigen sind, ist das aber vielleicht auch besser so.
Als wäre dies nicht genug, so muss auch die Zeit selbst in Timecop einen der größten Feinde überhaupt darstellen, denn vorsichtig vorantasten gibt es hier nicht. Der Timer läuft und man muss sich beeilen. Tot? Kein Problem, einfach am letzten Checkpoint weitermachen… Checkpoint? An diese revolutionäre Erfindung hat man wohl nicht gedacht – nein, man muss jedes Level von vorn beginnen… Lediglich zwei kleine Shoot Em Up Einlagen existieren, welche geringfügig Abwechslung reinbringen aber diese retten das Spiel nicht.
1,5 / 5
Musik und Soundeffekte
Wahrscheinlich ist der Soundtrack des Spiels der beste Aspekt von Timecop. Das ist in der Regel kein gutes Zeichen aber besser als ein schlechtes Spiel mit schlechtem Soundtrack zu haben.
Was die Soundeffekte angeht, klingen diese oft akzeptabel aber es gibt auch einige SFX die etwas merkwürdig klingen, obwohl dies einen bei der ganzen Action kaum irritieren wird.
3,76 / 5
Steuerung
Eines der größten Probleme des Spiels ist eindeutig die Steuerung. Denn Timecop verfügt über eine dieser cinematischen Steuerungen, mit zu sehr ausschweifenden Animationen, wodurch einfach jeder andere Aspekt des Spiels leidet. Die Hitdetection erfolgt dadurch ebenfalls schwammig.

Besonderes Hindernis, ist die schwammige Weise, in der Max Walker springt, die so wabbelig ist, dass man oft daneben springt. Aufgrund der langen Animation mit schräger Hitdetection wird der Schlag, welchen man mit L und R ausführen kann, geradezu nutzlos.
2,25 / 5
Spaßfaktor
Aufgrund der spielerischen Monotonie ist aus Timecop sehr wenig herauszuholen. Hat man ein Level gesehen, hat man eigentlich schon alles gesehen, was das Spiel so bietet und das ist einfach nicht genug. Eine bessere Hitdetection und mehr unterschiedliche Fernkampfwaffen wären schon sinnvoll gewesen, genauso wie unterschiedliche Levelziele und gute Bosskämpfe. Doch davon erhält man nichts.

Obendrein ist der Schwierigkeitsgrad sehr unausgewogen, so gibt es Abschnitte in denen man ziemlich gut durch Laufen & Springen vorankommt und über viele Gegner hinwegspringen kann. Während andere Passagen dermaßen von Gegnern überladen sind, dass man kotzen kann, weil man nicht schnell genug zuschlagen kann, bei den lahmen Angriffsanimationen. Keine Checkpoints zu verteilen war ebenfalls eine grandiose Idee, welche dem Spiel ordentlich die Antriebskraft raubt. Ach ja und natürlich der Zeitfaktor – sei bloß nicht zu langsam, sonst ist diese um und man geht drauf, was in vielen Levels problematisch ist.
1,25 / 5
Bewertung und Fakten
Ähm, ja. Timecop ist ein Spiel… aber wirklich kein Gutes. Umfang und Grafik sind hier kein Problem, sogar der Sound ist gut, somit keine Billigproduktion. Aber das Wichtigste auszufeilen, hat man vergessen: das Gameplay!

- Guter Soundtrack
- JCVD
- Shoot Em Up Einlagen
- Schwammige Steuerung
- Sich ständig wiederholende Abläufe
- Handlung nur geringfügig wiedergegeben
- Zeit ist dein Feind
Spielerisch wurden hier allerlei Anfängerfehler gemacht, die besonders auf mangelndes Testing zurückzuführen sind. Da hat niemand Feedback gegeben – oder es war den Produzenten egal. Und genauso fühlt sich das Spiel auch an, als hätte man einfach irgendwie irgendwas hingeklatscht, mit der Hoffnung, dass sich das schon irgendwie verkaufen wird, da der Film bekannt war und obendrein noch JCVD in der Hauptrolle ist. Wer Lust auf ein besseres Spiel mit einem zeitreisenden Polizisten hat, sollte sich stattdessen lieber Time Trax widmen.
Genre: Jump and Run / Shoot Em Up
Preis: circa 23€ bis 30€ auf ebay
Schwierigkeit: Schwer bis sehr schwer
Atmosphäre / Story: 3 / 5
Grafik: 3 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 1,5 / 5
Musik und SFX: 3,76 / 5
Steuerung: 2,25 / 5
Spaßfaktor: 1,25 / 5
Gesamt: 2,46 / 5
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