Villgust

Produziert wurde Kouryuu Densetsu Villgust: Kieta Shoujo von Bandai und entwickelt von Plex – einem nicht so bekannten Entwicklerstudio. Erschienen ist dieses Spiel nur in Japan im Jahr 1992. Die Übersetzung ins Englische stammt von Dynamic Design. Mit diesem Titel versuchte man ein kleines Franchise zu starten, was total in die Hose ging, denn zuerst erschien dieses Spiel, kurz danach erschien ein Manga dazu und im nächsten Jahr erschienen ein Famicom Spiel und ein zweiteiliger Anime. Eine merkwürdige Reihenfolge…

Atmosphäre / Story

Im Intro erfahren wir, dass der Protagonist Shun gerade mit seiner Freudin herumhängt, irgendwo im Japan der 90er Jahre. Plötzlich taucht ein hässlicher Hase mit roten Augen auf und dann findet sich Shun in einer klischeehaften Fantasywelt wieder. Jetzt will er seine Freundin finden

Die Handlung fängt bescheuert an, entfaltet sich nicht und erklärt auch sonst nichts. Die Dialoge mit anderen Charakteren erweisen sich als unnötige Texte ohne Inhalt. Obwohl die Truppe, mit der man herumläuft, aus fünf Leuten besteht, offenbaren diese nichts über sich selbst.

So entsteht keine Stimmung und auch kein klares Feindbild, denn einen konkreten Antagonisten gibt es anfangs nicht und später… naja, da hat man die Story eh schon abgeschrieben.
1,5 / 5

Grafik

Da hat der Böseweicht den Weg abgeschnitten.

Wer sich mit Japan exklusiven Spielen auskennt, wird erkennen, dass der Grafikstil extrem dem von Hero Senki gleicht, nur ist in Villgust alles weniger aufwändig gestaltet. Egal, ob in den Kämpfen, Zwischensequenzen oder in der sonstigen Spielumgebung. Alles sieht sehr generisch, leer und uninspiriert aus.
2 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Man latscht in diesem Spiel von Dorf zu Dorf. Meistens ist irgendjemand entführt worden oder irgendwo eingesperrt und denen hilft man dann so lange, bis man den Faden verloren hat, was der eigentliche Aufhänger der Story von Villgust war.

Der Boden sieht aus wie eine Wand.

Die Kämpfe erfolgen in äußerst simpler Manier, 2 von 5 Charakteren können Zaubern, der Rest kämpft mit Waffen. Charakterentwicklung gibt es nicht. Man muss ständig Grinden, um überhaupt voranzukommen. Dann hat man endlich genug Geld, um sich neue Ausrüstung zu kaufen und dadurch verreckt man nicht im eigentlichen Zielgebiet, in welches man Quest bedingt hin muss. Und dann macht man das ganze wieder und wieder… und täglich grüßt das Villgust-Murmeltier.
1,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Die Loops der Lieder sind teilweise kurz und klingen selten inspiriert oder nach passender Fantasymusik. Auch die Qualität der Lieder in Villgust wirkt so als wären die Lieder von einem technisch weniger fähigem Spielsystem übernommen worden. Ein paar Lieder sind in Ordnung und greifen die benötigte Dramatik und Epik, die man sich in so einem Szenario erhofft. Leider ist der Soundtrack mit 15 Liedern auch ziemlich kurz für dieses Genre.

Von den Soundeffekten kriegt man zwar keinen Ohrenkrebs aber besonders gelungen sind diese nicht, einige klingen sogar etwas unpassend.
2,68 / 5

Steuerung

Wahrscheinlich der beste Aspekt an Villgust ist die Steuerung. In den Kämpfen verläuft alles klar aber schon in der normalen Spielumgebung kommen Fragen auf. So geht man einfach durch andere NPCs hindurch – wieso auch immer. Sprechen tut man mit einer Taste, doch ein Gespräch beenden mit der anderen Taste… das sorgt immer wieder dazu, dass man die falsche Taste drückt.

Im Menü „Item“ wählen, dann den Träger des Items, dann „Give“ wählen, dann an wen das Item gehen soll…

Die Menüführung bzgl. der Ausrüstung nervt, denn diese abzulegen und jemand anderem aus der Truppe zu überreichen ist viel zu aufwändig gestaltet. Genauso das Kaufen und Ausrüsten in Shops, was man oft tun muss und einfach nur unnötig viel Zeit frisst.
3 / 5

Spaßfaktor

Spaß kann man Villgust eigentlich nur entnehmen, wenn man auf langweilige und monotone Rollenspiele steht. Denn hier passiert ständig dasselbe auf die eintönigste, uninspirierteste Art, die nur möglich ist.

Random Shitquest – here I come!

Das Ganze ist schräg, denn Villgust hat eine lange Spielzeit. Es ist richtig breitgetretene Langeweile. Nichts wurde irgendwie gut oder kreativ umgesetzt, dass man hier ein Fünkchen Freude herausziehen könnte. Es sind einfach nur grundlegende funktionierende RPG-Mechaniken.
1 / 5

Bewertung und Fakten

Wahrscheinlich das schlechteste mir bekannte SNES Rollenspiel. Es wirkt so, als hätte man nichts versucht, nichts gewagt und gar keine Inspiration gehabt. Weder handlungstechnisch, spielerisch noch musikalisch.

So schlau, wie er aussieht.
  • Übersetzung ist gelungen
  • Langweiliges Gameplay
  • Keine wirkliche Handlung
  • Alles leer und uninspiriert
  • Nervige Steuerungsaspekte

Das einzig Gute an Villgust sind die Übersetzung ins Englische und die ziemlich lange Spielzeit. Es fiel mir schwer bei diesem Spiel nicht einzuschlafen. Ständig erhofft man sich mehr Handlung oder Backgroundstory der Charaktere zu erfahren, doch diese Hoffnungen werden nicht erfüllt.

Genre: Rollenspiel (rundenbasiert)
Preis: –
Schwierigkeit: Mittel

Atmosphäre / Story: 1,5 / 5
Grafik: 2 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 1,5 / 5
Musik und SFX: 2,68 / 5
Steuerung: 3 / 5
Spaßfaktor: 1 / 5

Gesamt: 1,95 / 5

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2 thoughts on “Villgust

  • Poe
    März 4, 2026 at 17:20

    Ich habe mich lange Zeit mit den Übersetzungen von Dynamic Designs beschäftigt, aber die ging voll an mir vorbei. Dank deines Reviews habe ich aber wohl nichts verpasst, obwohl ich ein ziemlicher RPG-Fan bin. An dieser Stelle möchte ich auch mal Danke sagen für deine tiefgehenden Reviews. Da war war für mich schon mal der eine oder andere Geheimtipp dabei. Mach weiter so!

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