Wolverine – Adamantium Rage

Ein weiteres Marvel Spiel, diesmal dreht es sich offensichtlich um den Helden Wolverine. Entwickelt wurde das Spiel von Bits Studios und veröffentlicht von Acclaim und LJN… und das beantwortet eigentlich schon, ob das Spiel eine Lizenzgurke ist oder nicht. Wolverine – Adamantium Rage erschien 1994.

Atmosphäre / Story

Der Protagonist erhält seltsame Informationen von einer unbekannten Person bezüglich seiner Vergangenheit. Diesen Informationen folgt er dann. Irgendwie wird er dabei von einem Ort zum anderen gelockt ohne sinnvollen Zusammenhang aber immerhin existiert eine vage Handlung.

Wenigstens gibt es gelegentlich ein paar Texte und Illustrationen im Comiclook. Aber besonders erhellend wirken die Texte nicht, denn im Grunde läuft es nur so ab, dass Wolverine einen Hinweis bekommt und dann woanders hin muss. Warum ausgerechnet die Bosse auftauchen denen man begegnet, ist auch nicht wirklich klar, man hat wohl einfach irgendwie Gegner ins Spiel bringen wollen, wie den total unbekannten Tri-Fusion. Dazu gehören Geschütztürme und lauter drittklassiger Marvel Charaktere.

Die unbekannten Charaktere haben Profile, super…

Die Entwickler hatten etwas verzweifelt versucht Charakterprofile einzubauen aber es sind gar nicht alle relevanten Charaktere des Spiels enthalten.
3,5 / 5

Grafik

Der wahrscheinlich positivste Aspekte an Wolverine – Adamantium Rage ist die Grafik und dies gilt vorrangig für die detaillierte Umgebung.

Noch 4 Gegner in diesem Level erledigen.

Die Illustrationen, die zwischendurch zu sehen sind, sind ganz nett aber aus einem offiziellen Lizenzgame hätte man deutlich mehr herausholen können in der Hinsicht. Das Meiste an Kampfgeschehen erfolgt flüssig aber die Anzahl an Bildern für einige Animationen könnte für viele Gegner deutlich höher sein. In X-Men: Mutant Apocalypse war dies besser gelungen.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Im Wesentlichen gestaltet sich das Gameplay als Zumutung. Was genau man tun muss, ist stark vom Level abhängig. Aber ausgerechnet das erste Level muss eines der schwierigsten sein, denn ständig muss man Gegner treffen, die nich wirklich erreichbar sind.

Unmöglich nicht getroffen zu werden.

Die Bosskämpfe sind sehr hart und deren Handlungsmuster schwierig zu durchschauen. Theoretisch hat Wolverine viele Moves aber diese sind katastrophal in der Handhabung und verkomplizieren das Spielgeschehen meist nur. Das einzig Gute und Authentische ist wohl, dass der Protagonist über seine bekannte Heilungsfähigkeit verfügt, obwohl diese nur sehr langsam die Gesundheit auffüllt. Aber es gibt einen unsichtbaren Timer und wenn der kurz vor dem Ende ist, taucht Elsie Dee auf, fliegt durch die Gegend und sobald sie einen berührt stirbt man. Was sonst?
2 / 5

Musik und Soundeffekte

Gerade zu Beginn des Spiels ertönt Wolverine – Adamantium Rage mit durchaus fetziges Tracks. Besonders die Title Theme wird vielen Spielern in Erinnerung bleiben. Aber je weiter man im Spiel kommt, desto mehr hört man, wie sehr sich die Lieder ähneln und zudem dieselben Instrumente nutzen. Besonders zum Ende des Spiels scheinen die Tracks immer schlechter und einfallsloser zu werden.

Mit den Soundeffekten hat man generell nichts falsch, sie klingen einfach nur sehr durchschnittlich.
3,06 / 5

Steuerung

Wolverine – Adamantium Rage steuert sich einfach ungenießbar, denn die Steuerung ist unresponsiv und äußerst steif. Da Wolverine in seinem Spiel ziemlich viele Moves beherrscht, wird alles auch noch katastrophal kompliziert. Dies entpuppt sich als größtes Hindernis im Spiel und verdirbt einem eigentlich alles. Es wäre halb so wild würden die Moves schnell und flüssig ablaufen und eine gute Hitdetection haben. Leider treffen alle diese Aspekte treffen nicht zu, denn teilweise steht man im Gegner drin und schafft es trotzdem nicht zu treffen.

Besonders ärgerlich sind ironischerweise die vielen Moves, die man beherrschen muss. Da man ansonsten bestimmte Gegner nicht treffen kann. Denn einfach so im Sprung anzugreifen, wäre ja viel zu einfach. Nein! Dafür müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Wolverine kann mit den Tasten Y, X, A und R angreifen, was viel ist aber man wird meistens nur A benutzen, aufgrund der überlegenen Reichweite. Hier ein paar frustrierende Beispiele:

  • Schlag in der Luft:
    Man müsste denken dies wäre einfach auszuführen aber nein. Man kann diesen Schlag nur ausführen, wenn man mit B springt (aber ohne eine Richtungstaste zu drücken) und dann A drückt. Und das muss man im richtigen Moment machen. Denn zu treffen ist aufgrund der langen Animationsdauer kaum möglich.
  • Angriff nach oben im Sprung:
    Ist notwendig um Gegner zu treffen die an der Decke kleben. Aber dieser Move läuft völlig kontraintuitiv ab. Um das zu tun, muss man UNTEN drücken und mit B springen, denn so macht Wolverine einen anderen, höheren Sprung, als wenn man nur B drückt. Um nun nach oben anzugreifen, muss man R drücken.
  • Nach oben aus dem Stand angreifen:
    Möchte man Gegner treffen, die ein Stückchen über einem sind, wird keine der vielen Angriffstasten helfen. Außer man drückt nach UNTEN und A, dann greift Wolverine nämlich mit seinen Krallen, (wie bei einem Uppercut) nach oben an.
  • Sprungrolle vorwärts:
    Manchmal brauchbar um auszuweichen oder über Fallen rüberzuspringen. Aber man wird dies oft aus Versehen tun, da dies einfach nur über die OBEN Taste ausgelöst wird.

Wirklich fürchterlich umgesetzt, die Möglichkeit in den Optionen selbst die Tasten zu belegen hilft hierbei wenig.
1,75 / 5

Spaßfaktor

Gerne würde ich Wolverine – Adamantium Rage etwas Spielspaß abgewinnen, doch die scheußliche Steuerung, kombiniert mit der schrottigen Hitdetection und dem planlosen Leveldesign machen es einfach nicht möglich.

Drei Bosse in einem: Tri Fusion.

Man könnte sich als Marvel Fan das Spiel hineinzwingen, wenn man endlos viele Continues hätte aber warte mal… wenn man stirbt ist man direkt Game Over, keine Leben oder weitere Continues. Stattdessen zumindest ein Passwortsystem aber irgendwie ist das unzufriedenstellend. Wenn man über genug Biss verfügt kann man immer wieder die Passwörter eingeben und sich dem sehr umfangreichen Spiel stellen. Denn für ein Jump & Run dieser Sorte, ist Wolverine – Adamantium Rage ein überdurchschnittlich langes Spiel mit seinen 11 Leveln.
1,5 / 5

Bewertung und Fakten

Ein gutes Beispiel für SNES Spiele, die nur gute Grafik bieten und sonst gar nichts. Ein typischer LJN Reinfall. Mehrfach, über einen längeren Zeitraum, habe ich versucht Wolverine – Adamantium Rage eine Chance zu geben aber es war einfach nicht zu ertragen.

Als würde der Boss nicht reichen, so muss dort noch der Helikopter rumfliegen.
  • Gute Illustrationen
  • Teilweise schöne Umgebungsgrafiken
  • Großer Umfang
  • Ungenaue Hitdetection
  • Absurde Steuerung
  • Langweiliges Leveldesign
  • Viel zu schwer an einigen Stellen

Obwohl ich als Kind alle Marvel Cartoons verfolgt habe und somit theoretisch genau die Zielgruppe dieses Spiels bin (oder war), kann ich diesem Scheiß wirklich nichts abgewinnen. Vielleicht wäre dies möglich, wenn man noch andere Marvel Charaktere freispielen könnte, die über eine bessere Steuerung verfügen, oder etwas bekanntere Bösewichter vorkämen aber so auf keinen Fall.

Stattdessen sollte man lieber auf Wolverine – Feral Instinct zurückgreifen. Ein SMW-Romhack, welcher im Grunde genommen dieses Spiel hier ganz vage nachstellt. Der Romhack ist zwar auch kein Meisterwerk aber deutlich angenehmer zu spielen.

Genre: Jump and Run / Action
Preis: circa 30€ bis 50€ bei ebay
Schwierigkeit: Schwer bis extrem schwer

Atmosphäre / Story: 3,5 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2 / 5
Musik und SFX: 3,06 / 5
Steuerung: 1,75 / 5
Spaßfaktor: 1,5 / 5

Gesamt: 2,59 / 5

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