Xak – The Art of Visual Stage
Xak wurde ursprünglich für das PC-88 Computersystem entwickelt, dies geschah im Jahre 1989. Als 1993 schon der zweite Teil veröffentlicht wurde, machten sich die Entwickler und Publisher von Microcabin daran, auch eine Super Famicom Portierung des ersten Teils auf den Markt zu bringen, diese wurde jedoch von Sunsoft veröffentlicht. Somit ein Japan exklusiver Titel. Welch ein merkwürdiger Spieltitel, oder? „The Art of Visual Stage“, was soll das bedeuten? Das Spiel liefert keine echte Antwort. Lediglich ein historischer Deepdive deutet darauf hin, dass das Spiel herausragend war hinsichtlich seiner grafischen Präsentation auf dem PC-88 und das man sehr wahrscheinlich im Titel darauf hinweisen wollte.
Für den Test wurde die wunderbar fehlerfreie Übersetzung von Dynamic Designs verwendet.
Atmosphäre / Story
Der Protagonist von Xak mit dem Namen Latok wird vom König des Reiches dazu aufgefordert mysteriösen Umständen nachzugehen hinter denen der böse Badou stecken soll. Latok wurde erwählt aufgrund seiner Blutlinie, die auf einen legendären Helden zurückgeht. Latok hat keine Wahl und geht den Hinweisen nach. Er erkundet eine Festung, kämpft sich durch Höhlen und erreicht diverse Dörfer. Auch unterschiedliche Rassen sind in diesem Spiel zu finden, wie Gnome und Zwerge.


Das Spiel gestaltet sich klar gegliedert in zwei Kapitel, ja nur zwei. Hat man ein Kapitel abgeschlossen, kann man nicht mehr zurück in die Gebiete des vorigen Kapitels. Es gibt Abschnitte, in denen man etwas Bewegungsfreiheit hat, doch in der Regel wird man dem vorgeplanten Pfad folgen müssen, da die Gegner in anderen Gebieten zu hart sind. Kein schlechter Weg um den Spieler in offenen Gebieten in die richtige Richtung zu lenken. Aber insgesamt ist der Ablauf sehr linear.
Man hat hier ein ziemlich gutes Storytelling hinbekommen, denn es gibt ziemlich viele Dialoge und diese können auch mal länger ausfallen, als nur zwei Sätze. Die atmosphärische Musik untermalt dies gelungen. Obendrein darf man hin und wieder Entscheidungen treffen, die eigentlich nur Scheinentscheidungen sind. Entscheidet man sich gegen eine Aufgabe, wird der Spielverlauf einfach nicht vorangehen. Außerdem gibt es Entscheidungen, die das Spiel beenden können, somit im weitesten Sinne alternative Enden.
4 / 5
Grafik
Stilistisch erinnert hier schon einiges an alte PC-Spiele aber ich bin mir nicht ganz sicher, woran es liegt. Charakterdesign? Farbpalette? Schwer zu sagen. Aber insgesamt fällt das Design ganz gut aus, die Grafiken passen auch alle schön zusammen. Leider steckt in der Umgebung etwas wenig Leben, abgesehen von den Gegnern, bewegt sich nur das Wasser.

Für ein actionreiches Spiel ist die Performance in Xak total gut und es ist verblüffend, dass lediglich an sehr wenigen Stellen im Spiel die Performance etwas gedrückt wird. Dies passiert auch nur wenn zu viele Gegner in einem Abschnitt sind. Das Design der Charaktere und Gegner ist gut und irgendwie sympathisch, besonders der Held ist gelungen aber auch einige der anderen NPCs.
An wenigen Stellen wird man durch nette Parallaxhintergründe überrascht und da kommt schon die Frage auf – warum nicht öfter? Genau wie das schön animierte Intro des Spiels, es zeigt so viel Potenzial und im weiteren Spielverlauf sieht man gar nichts mehr in dieser Richtung, das ist irgendwie schade.
3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay
Alles fängt sehr simpel an und könnte fast schon als reines Action-Adventure durchgehen. Ähnlichkeiten zu Zelda, Illusion of Time oder Neugier sind ziemlich eindeutig. Doch die größte Ähnlichkeit hat das Spiel wohl mit den Spielen der YS-Reihe. Denn die Kämpfe laufen fast identisch ab. Dies bedeutet, man muss sich trotz kurzer Waffenreichweite stark den Gegner nähern und sie mit der Waffenspitze treffen, alles andere zählt nicht. Zusätzlich laufen die meisten Gegner ziemlich stumpf auf einen zu, was recht viel Stress erzeugen kann und den Gegnern ermöglicht ungeheuer hohen Schaden zu verursachen, trotz Rüstung etc.

Abgesehen von Schwertern, die man durch immer bessere ersetzt, verhält es sich genauso mit Schilden und Rüstungen. Sonst kann man ein paar Zauber im Kampf nutzen, doch die sind schnell verbraucht und teuer. Häufig muss man den richtigen Gegenstand finden, um durch bestimmte Türen zu kommen und andere kleine Fetch-Quests absolvieren, die nicht sonderlich tiefsinnig sind. Zudem erwartet Latok eine Shoot Em Up Einlage, welche etwas frischen Wind ins Game weht.

Obwohl man hier Level aufsteigt, indem man sich Erfahrungspunkte erkämpft ist der Rollenspielanteil ziemlich gering. Besonders da es ein Levelmaximum gibt, welches bei 25 liegt – was viel zu wenig ist. Hätte man locker bei 30 ansetzen müssen. Auch spielerisch fühlt sich das meiste nicht wirklich anders als Zelda an, nur eben noch linearer im Ablauf. Somit ein Hybrid aus Action-Rollenspiel und Action-Adventure.
2,75 / 5
Musik und Soundeffekte
Ziemlich abenteuerlich und echt gut. Auch im Klang lässt sich eine Parallele zu den YS-Spielen ziehen, was wirklich kein schlechter Vergleich ist. Nicht nur, dass der Soundtrack über 41 Tracks verfügt, diese sind auch noch relativ lang und komplex, also keine kurzen Loops! Zudem verfügen sie über eine gute Mischung aus Fantasy-, Abenteuer- und Gefahrencharme, was dem sonst etwas simplen Spiel wirklich guttut.
Lediglich einige der Soundeffekte in Xak sind etwas schräg aber ein schlechtes Gesamtbild erfolgt dadurch nicht. Im Gegenteil, das auditive Gesamtbild ist sehr gut.
4,17 / 5
Steuerung
Die Menüsteuerung durch die Items und Dialoge (und alle anderen Optionen) ist super, sehr simpel und sofort verständlich.

Woran man sich gewöhnen muss ist das Kämpfen, denn das hat so seine Eigenarten. Man muss nämlich mit der Schwertspitze den Gegner treffen, um ihm zu schaden, tut man das nicht, passiert nichts. Da die Gegner ungestüm in einen hineinlaufen, kann man sehr schnell viel Schaden kassieren und sterben. Was ganz speziell zu Beginn des Spiels ein großes Problem darstellt. Hat man jedoch den Dreh raus, so macht man kaum noch Fehler. Es ist nur nicht so einfach darauf zu kommen, da es im Spiel selbst nicht erklärt wird. Ebenso sollte man sich vor den Waffenspitzen der Gegner hüten.
4,25 / 5
Spaßfaktor
Es ist erstaunlich, dass Xak einen soliden Spielspaßfaktor bietet, denn das Spiel ist wirklich geradlinig bis zum Gehtnichtmehr. Dennoch ist im Rahmen dieser Geradlinigkeit alles ziemlich richtig gemacht worden. Der Schwierigkeitsgrad mag hoch sein, wird aber stark durch die Tatsache negiert, dass man jederzeit speichern kann. Somit kann man auch schön herumprobieren, wenn man etwas testen möchte.

Das Spiel liefert aber wirklich nur 8 Stunden Spielzeit, mit all den Versuchen in denen man draufgeht wahrscheinlich das Doppelte. Ziemlich viel von der Zeit geht fürs Grinding drauf. Ein erneutes Durchspielen wird durch nichts gerechtfertigt, da es nichts gibt, was man anders machen könnte. Doch die lebhafte Welt, kombiniert mit den schnellen Kämpfen und netten Charakteren machen einfach was her, nur eben nicht so lange.
3,25 / 5
Bewertung und Fakten
Mir leuchtet nicht ein, wieso dieses Spiel in Japan blieb, die paar Texte zu übersetzen hätte eigentlich machbar sein sollen. Obendrein ein leicht zugängliches Genre, welches jedem Fan von Zelda oder Terranigma mehr oder weniger gefallen sollte, obwohl Xak diesen Titeln nicht das Wasser reichen kann.

- Gute Action
- Gute Performance
- Zauberhafter Soundtrack
- Lebhafte Dialoge
- Schräge alternative Enden
- Gewöhnungsbedürftige Kämpfe
- Wenig Freiraum
- Viel Grinding
- Ziemlich kurz
Eine Empfehlung an alle die Action-RPGs und Action-Adventures lieben kann jedoch klar ausgesprochen werden. Man darf nur nicht mit großen Erwartungen herangehen, denn das Spiel ist zu kurz für große Erwartungen. Warum man ein Spiel in 2 Kapitel unterteilt begreife ich nicht. So eine Unterteilung, wirkt so, als hätte Xak – The Art of Visual Stage eigentlich ein umfangreicheres Spiel werden sollen. Der meisterhafte Soundtrack wird garantiert jeden Spieler einfangen.
Genre: Action-Adventure / Action-Rollenspiel
Preis: –
Schwierigkeit: Mittel bis schwer
Atmosphäre / Story: 4 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2,75 / 5
Musik und SFX: 4,17 / 5
Steuerung: 4,25 / 5
Spaßfaktor: 3,25 / 5
Gesamt: 3,70 / 5
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