E.V.O.: Search for Eden

Der Nachfolger von E.V.O.: The Theory of Evolution, welches nur für NEC PC-9801 erschienen ist. Das Spiel wurde von Almanic entwickelt (die später in Givro Corporation umbenannt wurden) und von Enix. E.V.O.: Search for Eden wurde 1992 in Japan und 1993 in Nordamerika veröffentlicht. Wieder ein Enix Titel, der bei uns nicht erschien und es geht natürlich um die Entstehung des Lebens, mal wieder. Doch diesmal aus völlig anderer (An)Sicht.

Atmosphäre / Story

Gaia, die Mutter Erde, belebt ein ganz besonderes Lebewesen und überwacht dessen Entwicklung. Doch damit ist nicht die geistige Entwicklung gemeint, sondern seine komplette Evolution, über 100te Millionen von Jahren hinweg. Dazu helfen gezielte Zeitsprünge von Zeitalter zu Zeitalter, damit es ein wenig schneller vorangeht.

Man beginnt zwar nicht als Einzeller aber als sehr einfacher Fisch und entwickelt sich zu einem komplexeren Fisch, dann einer Amphibie, die dann das Land betritt. Welche lernt besser zu laufen und zu springen, dann wird das Vieh zu einem Dinosaurier… usw. ich will ja nicht alles verraten.

Gaia bereitet dich auf jedes neue Kapitel vor und durch sympathische aber kurze Gespräche mit anderen Lebewesen erhält man sinnvolle Hinweise auf die aktuellen Probleme des Zeitalters oder wie man generell vorankommt. Insgesamt eine ungewöhnliche aber zielführende und solide Stimmung.

Was ein bisschen Abwechslung mitbringt, ist die Tatsache, dass es ein paar gut versteckte optionale Wege gibt, die man nur erreichen kann, wenn man sich entsprechend weiterentwickelt. Einige spezielle Entwicklungen zu erreichen ist kein Muss und kann nur auf bestimmte Art und Weise erreicht werden.
3,75 / 5

Grafik

Die Levelgestaltung versteht sich in dem Spiel eher geradlinig und verläuft in den meisten Levelabschnitten sehr simpel von links nach rechts. Selten geht es in die Vertikale aber glücklicherweise gibt es ein paar derartige Levelabschnitte.

Tiefseevulkane habe ich lange nicht mehr gesehen.

Dafür sind die Grafiken aber sehr ansehnlich und sogar die Hintergründe überraschen durch viele Ebenen, welche eine solide Tiefe vermitteln können. Besonders die Dschungel und Unterwasserlevel haben mich begeistert. Obendrein gibt es sogar einen passenden Tag und Nacht Wechsel.

Die Gegnergrafiken sehen überwiegend gut aus und sind detailliert, häufig sogar recht putzig. Obendrein trumpft E.V.O.: Search for Eden mit sehr großen Bossgrafiken auf, die irgendwie alle ihren eigenen Charakter haben.

Die Anfänge der Säugetiere.

In wenigen Situationen kann es passieren, dass durch zu viele Gegner (und Nahrung) auf dem Bildschirm, die Performance etwas einbrechen kann und alles dadurch in Zeitlupe abläuft. Aber das hält sich in Grenzen und stört auch nicht übermäßig.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Jedes Kapitel behandelt eine Ära. In einer Ära liegt der Fokus auf der Evolution von einer Kreatur zur nächsten. So beispielsweise direkt im ersten Kapitel startet man als Fisch. Typisch für Rollenspiele knabbert man sich durch die Erfahrungspunkte und löst diese gegen Weiterentwicklungen ein. So z.B. andere Flossen, um besser zu schwimmen, besser Zähne für mehr Schaden usw. Das Ziel ist es so weit zu kommen, dass man aus dem Wasser herausspringen kann, um die ersten Schritte auf dem Land zu machen.

Insekten nehmen Überhand.

Zwischendurch gibt es immer irgendein kleines Dilemma, welches mit einem Bosskampf verstrickt wird. So entführen beispielsweise Insekten, diverse kleine Echsen und ein trauriger Echsenjunge teilt dir mit, dass sein Papa von den Viechern entführt wurde. Zudem verspeisen die Insekten viel zu viele Pflanzen und du musst das Gleichgewicht wieder herstellen, in dem du die Bienenkönigin erledigst.

Von 1 zu 2 den Hals verlängert, von 2 zu 3 den Körpertypus geändert, von 3 zu 4 den Schwanz geändert.

Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem Grinden, um sich weiterzuentwickeln. Einiges an Jump and Run Passagen gibt es ebenfalls. Wodurch E.V.O.: Search for Eden wirklich beeindrucken kann, ist die unfassbare Menge an Weiterentwicklungen. Wenn man alle Kombinationen im Spiel durchgehen möchte, sind es wahrscheinliche über 100! Das ist möglich da man jedes Körperteil (und somit die zugehörige Grafik) einzeln entwickelt. Dann ist sowas möglich wie Mähne + Katzengebiss + Hasenkörper + Elchhörner, die Mähne tauscht man dann gegen Ziegenhörner aus und hat somit ein anderes Viech. Damit gehen auch teilweise neue Fähigkeiten einher, wie bessere Sprunghöhe, ein Tritt nach hinten oder die Möglichkeit zu laufen und Gegnern mit seinen Hörnern zu schaden.

Besondere Kreaturen darf man speichern und dann im weiteren Verlauf, per speziellem Item, zeitlich begrenzt auf diese zugreifen, was speziell für Kämpfe entscheidend sein kann.
4,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Musikalisch gesehen kommt dieses Spiel nicht so ganz an die anderen von Enix gepublished Games heran. Doch das bedeutet nicht, dass die Musik irgendwie schlecht wäre. Im Gegenteil, viele Melodien sind stimmungsvoll und passen auch zum Szenario, bzw. zum Zeitalter in dem man sich befindet.

Der einzige musikalische Haken ist, dass ziemlich viele der Loops etwas zu kurz sind, wodurch sich die Melodien zu schnell wiederholen, was manchmal etwas nach Zirkus klingen kann. Die längeren Lieder sind gut.

In E.V.O.: Search for Eden bewegen sich die Soundeffekte im positiven Mittelfeld, in der Regel passt alles, nur rein qualitativ hätte es angenehmer klingen können und teilweise weniger nach Komödie.
3,59 / 5

Steuerung

Es gibt ein paar kleine Macken aber nichts Schlimmes. So kann man mit den meisten Kreaturen einfach nur laufen, springen und fressen bzw. beißen. Es gibt noch eine Aktion auf X und diese ist einfach nur das Fressen von Gegenständen aber kein Angriff, was sich erst später als nützlich erweist, besonders in Kombination mit einer Richtungstaste, wenn man eine langhalsige Kreatur steuert.

Jede Ära hat ihre eigene Weltkarte.

Da man häufiger zum Grinden alte Level besucht, hatten die Entwickler die gut gemeinte Idee, bereits erledigte Level verlassen zu können, per R-Taste und das passiert dann auch häufiger mal versehentlich. Abhängig vom dem Tierchen, das man gerade spielt, ist es möglich mit A einen Tritt auszuführen.
3,75 / 5

Spaßfaktor

Die ziemlich ungewöhnliche Grundidee von E.V.O.: Search for Eden ist hervorragend und auch wirklich gut aufgegriffen. Mir gefällt auch irgendwie, dass Evolutionstheorie und Schöpfungstheorie (bzw. Intelligent Design) hier irgendwie Hand in Hand gehen und sich nicht wirklich widersprechen. Die Entwicklung findet zwar statt, wird aber von Gaia gefördert und unterliegt diversen weiteren Einflüssen.

Erinnert mich an den Vogelanführer aus Terranigma.

Ein ständiger Wechsel der spielerischen Möglichkeiten ist toll und man ist immer neugierig, was die nächste Weiterentwicklung einem bringt und vor allem wie diese aussehen wird.
3,75 / 5

Bewertung und Fakten

Und wieder hat Enix seine Finger in einem Spiel gehabt, das irgendwie ein Lernspiel ist und etwas „Göttliches“ oder „Schöpferisches“ an sich hat, genau wie in Actraiser, Robotrek oder Terranigma und genau nach diesen Spielen fühlt sich E.V.O.: Search for Eden entfernt an, trotz seitlicher Ansicht. Der Director dieses Spiels Takashi Yoneda hatte auch tatsächlich an Actraiser mitgewirkt, zudem noch an Wonder Project J, also kein Wunder.

Das erste Tier, welches Werkzeug benutzt… und da beginnt der Ärger.
  • Man lernt was
  • Viel Abwechslung
  • Echt was anderes
  • Teilweise viel Grinding
  • Etwas anspruchslose Levelgestaltung

Wer etwas zocken will, dass sich entfernt nach Terranigma oder Illusion of Time anfühlt, der ist hier absolut richtig. Die etwas anspruchslose Levelgestaltung reißt kein allzu tiefes Loch in dieses Game. Es ist bleibt sehr interessant und der Fokus liegt nun mal mehr auf der Entwicklung und der Neugier nach der Frage „Wie geht es weiter?“ und genau das gelingt in E.V.O.: Search of Eden grandios und ist somit auch für RPG-Muffel eine Empfehlung wert.

Was aber mit diesem Spiel wirklich richtig gemacht wurde, ist ein spaßiges Lernspiel zu erstellen, welches trotz Lernfaktor mit einem guten Gameplay daherkommt und die Lernelemente natürlich und auf geradezu nebensächliche Weise einbindet, das man gar nicht bemerkt, dass man etwas lernt.

Genre: Jump and Run / Rollenspiel / Lernspiel
Preis: circa 200 € bis 300 € für ein US Original bei ebay
Schwierigkeit: Mittel bis Schwer

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4,5 / 5
Musik und SFX: 3,59 / 5
Steuerung: 3,75 / 5
Spaßfaktor: 3,75 / 5

Gesamt: 3,85 / 5

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