Judge Dredd PAL Modul

Judge Dredd

Im Jahre 1995 erschien der erste Judge Dredd Film mit Sylvester Stallone. Eine aufwendige Produktion mit hohem Budget und guten Effekten. Leider war der Film kein so gutes Ergebnis. Was viele nicht wissen ist, dass Judge Dredd eine Comicverfilmung ist. Ist das Spiel besser oder schlechter als der Film?

Atmosphäre / Story

Ein dystrophes Szenario, wie man sie selten auf dem SNES findet.

Es gibt keine konkrete Rahmenhandlung, du bist Judge Dredd, du vereinst Judikative und Exekutive in einem. Du entscheidest über Leben und Tod bekämpfst das Verbrechen. Im Grunde hat jede Mission ihre eigene Handlung, in der ersten sollst du alle Munitionslager und alle Verbrecher zu verhaften. In der zweiten Mission muss man alle kaputten Türen in einem Gefängnis versiegeln und die entflohenen Verbrecher verhaften. Später entwickelt sich ein wenig mehr, was auch eher an den Film angelehnt ist.

Die Missionsbriefings sind klar und unmissverständlich.

Die Missionsbriefings sind ziemlich simpel aber schön gestaltet und einfach verständlich. Generell sieht man in den Levels ziemlich viel von dieser futuristischen Welt, nämlich Städte, Gefängnisse, Fabriken, Rebellenlager usw. und so kann man sich auch selbst ein wenig die Zusammenhänge erdichten. Aufgrund der wirklich düsteren Zukunftsvision, die hier darestellt wird, hat dieses Jump and Run tatsächlich etwas das an Fallout erinnert.
4 / 5

Grafik

Halle der Gerechtigkeit… erinnert an die Justice League.

Bei Judge Dredd ist die Grafik nicht die beste, es ist relativ pixelig und die Hintergründe sind weitestgehend statisch. Worin das Spiel aber gut punktet ist der Detailgrad, seien es nur irgendwelche hingesprühten Graffitis. Stilistisch bleibt es auch wirklich konsistent und bietet ein rundes dystrophes Gesamtbild.
3,5 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Der erste Boss. Ein harter Brocken. Schutz suchen ist der Schlüssel.

Im Grunde ein Jump and Run bei dem es viel in die Vertikale geht. Man schießt oder schlägt auf Gegner ein. Verhaftet diese oder töte sie, wodurch man auf Punkte verzichtet. Ständig klettert man auf und ab, öffnet Türen, beseitigt die Missionsziele usw. Da jede Mission eigene Ziele hat, wird für eine gewisse Abwechslung gesorgt und es ist super, dass diese existiert, aber das Leveldesign ist schon sehr ähnlich, wenn man die Level miteinander vergleicht und so richtig reichen tut das nicht.

Man beachte die Freiheitsstatue im Hintergrund…

Es gibt eine Passage, in der man mit einem Polizei-Gleiter zwischen den Hochhäusern von New York fliegt und Gegner abballert. Diese Passage ist aber äußerst kurz. Mehr Abwechslung in diese Richtung hätte dem Gameplay wirklich gutgetan.
2,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Bei Judge Dredd fällt sofort auf, dass die Musik sehr Trommel lastig ist. Was für meinen Geschmack nicht richtig in ein Sci-Fi Szenario passt. Das wäre auch gar nicht so schlimm, wenn doch bloß das ewige Getrommel irgendwann aufhören würde. Die Musik von jedem Level enthält Getrommel, ungefähr im selben Rhytmus, auf Dauer nervt es sehr. Diese Art von Musik hätte ich mir eher in einem Unterweltszenario vorstellen können, bei Doom oder Blackthorne. Da in jedem Track getrommelt wird, klingt die Musik auch immer gleich. Die Soundeffekte klingen gut, auf Dauer nervt aber auch das Schussgeräusch ein wenig.
2 / 5

Steuerung

Mich freut, dass man diagonal schießen kann. Abwechslung an Waffen gibt es ebenfalls, auch wenn man die anderen Waffen eher selten benötigt.

Leider ist bei Judge Dredd steuerungstechnisch einiges nicht gelungen, wie beispielsweise das Schießen aus der Hocke. Jedes Mal wenn man in die Hocke geht um Schüssen auszuweichen oder um aus der Hocke zu schießen, geht die Kamera ein gutes Stück nach unten. Dadurch verliert man als Spieler ein bisschen den Fokus auf den Gegner. Das versaut einem gelegentlich mal eine Schießerei. Der merkwürdige schwammige Sprung nervt, ist aber nicht allzu schlimm.

Zum Kotzen finde ich das Gegnerverhalten in Kombination mit der Steuerung. Es gibt Gegner, die direkt auf einen zulaufen und so nah an einen drangehen, dass sie sozusagen in einem drinstehen. Wenn diese so nah dran sind, kann man sie nicht ordentlich treffen, also geht man beiseite und die laufen natürlich hinterher… das ist schlecht. Es gibt außerdem so fiese kleine Roboter, die man nicht per Schuss aus der Hocke treffen kann, also kann man sie im Grunde gar nicht treffen mit normalen Waffen. Man benötigt schon eine Granate oder die Doppelrakete, die verkackte 1x-Rakete trifft nämlich nicht. Die Kämpfe werden dadurch zum Teil selbst gegen Standardgegner zum Mäuse melken und frustrieren nur.
1,5 / 5

Spaßfaktor

In der Wüste gegen Terroristen kämpfen, kommt mir bekannt vor…

Aufgrund der wirklich koolen Umgebungen, hat das Spiel es geschafft mich bei jedem Level neugierig auf das nächste Level zu machen. Auch sonst trägt die Inszenierung maßgeblich zum Spaß bei, denn das Gameplay ist an sich ziemlich gewöhnlich. Der Spielspaß wird massiv durch die Steuerung blockiert als auch die Monotonie, die einem spielerisch geboten wird.
2 / 5

Bewertung und Fakten

Kurz gesagt: Judge Dredd das Spiel gefällt mir genauso wenig wie Judge Dredd der Film (mit Stallone). Dieses Spiel lässt sich leider nur an absolute Sci-Fi Fans empfehlen oder Leute die postapokalyptische Welten interessant finden. Denn spielerisch ist das Spiel frustrierend und langsam.

Klettern, schießen, springen… das reicht nicht immer.

Beim Kauf ist Vorsicht geboten. Bei ebay sind viele Angebote von Reproduktionen des Spiels im Umlauf (vor allem aus China oder Hongkong) die ungefähr so viel kosten wie ein original Modul. Wozu gleich viel ausgeben für eine Repro, wenn man genauso gut das Original kaufen könnte.

Genre: Jump and Run
Preis: circa 15 € bis 22 € (für ein original Modul auf ebay)
Schwierigkeit: Schwer

Atmosphäre / Story: 4 / 5
Grafik: 3,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2,5 / 5
Musik und SFX: 2 / 5
Steuerung: 1,5 / 5
Spaßfaktor: 2 / 5

Gesamt: 2,58 / 5

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