Turtles in Time

Konami, ein Qualitätsstempel der 90er-Spielewelt. Was passiert also, wenn einer der erfolgreichsten Cartoons seiner Zeit von Konami als Spiel umgesetzt wird? Richtig! Ein Beat Em Up, wie kein anderes! Turtles in Time wurde 1992 veröffentlicht, was viele nicht wissen ist, dass dieses Spiel die Portierung eines ein Jahr zuvor veröffentlichten Arcade Spiels ist.

Atmosphäre / Story

Krang klaut die Freiheitsstatue, April berichtet davon, die Turtles sehen dies im TV und machen sich auf den Weg, die metallische Dame zurückzuholen. Wozu Krang das Ding benötigt weiß ich nicht, ist aber auch völlig Wurscht.

Beim Versuch, das Ding wieder zurückzuerhalten, werden die Turtles unfreiwillig auf eine Zeitreise geschickt und kloppen sich dabei durch sehr abwechslungsreiche Schauplätze.
4,75 / 5

Grafik

Einer der besten und schönsten Aspekte von Turtles in Time ist sicherlich die Grafik. Völlig unabhängig davon, ob es sich um die Turtles selbst, die Gegner oder die Umgebung samt Hintergründen dreht.

Was wäre ein Beat Em Up ohne Zuglevel?

Einige Level kommen mit sehr kreativen Gestaltungsideen um die Ecke und machen dabei von schicken Mode7 Animationen Gebrauch und auch von der vordersten Ebene. Ich wüsste nicht, was man hier kritisieren könnte und ich habe mir echt Mühe gegeben etwas zu finden.

Schade, dass man Slash nicht spielen kann 😀

Auch grafisch gelungenen Fanservice bietet Konami in diesem Spiel, da man im Menü zwischen 2 Farbschemata für die Turtles wählen darf, nämlich der Cartoonstil und der Comicstil. Um den Unterschied zu bemerken, vergleicht mal Donatello auf dem Bild hier drüber und dem Bild darüber auf dem Zug. Donatello ist eher hellgrün und mit pinken Bändern, während er unten eher dunkelgrün, fast schon braun ist, mit lilanen Bändern. Für die Augen finde ich den alternativen Stil mit den dunkleren Farben deutlich angenehmer.
5 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Es ist ziemlich simpel, wie in den meisten Beat Em Ups, Schläge austeilen! Gewählt werden darf zwischen den 4 Turtles und ich dachte immer, es würde keinen Unterschied machen wen man wählt, bis auf Donatello, wegen seiner höheren Reichweite. Nach einiger Recherche fand ich aber heraus, dass es sehr wohl Unterschiede gibt:

LeoMikeDonRaph
Lebenspunkte80966448
Gehgeschwindigkeit1,51,51,252,25
Angriffsreichweite52-8468-8474-11668
Komboschaden je Schlag4-85-103-83-8
Komboschaden insgesamt23312120-22

Die anderen Angriffe, wie der Spezialangriff, Slideangriff, Sprungangriffe, haben auch andere Werte, je nach Turtle, aber die wichtigsten Werte sind wohl die oberen.

F-Zero lässt grüßen!

Grafisch und somit auch spielerisch, erlaubt sich das Spiel einige sehr gute Experimente, wie das F-Zero artige Level, in dem man auf Hoverboards, oder Hover-Schildkrötenpanzern durch die Zukunft düst.

Die Welt aus der Sicht der Schrottfresse.

Der Egoperspektiven Kampf gegen Schredder, welchen man treffen muss, indem man ihn mit Gegnern bewirft, ist genial. Aber auch in den normalen Leveln ist spielerisch alles in Ordnung. Auch wenn ich gerne mehr als nur einen Angriffsbutton zur Wahl hätte. Dafür kann man die Gegner durch die Gegend werfen, auf verschiedene Arten und das macht viel her.

Wem das eigentliche Beat Em Up nicht genug war, der darf sich noch am Time Trial Modus versuchen, um Bestzeiten zu erzielen. Oder am Versus-Kampfspielmodus, in dem leider nur die 4 Schildkröten wählbar sind und somit ist dieser eher ein nett gemeinter Scherz, als ein wirklich spielbarer Modus.
4 / 5

Musik und Soundeffekte

Die Voicesamples sind genial gelungen, wenn die Turtles „Cowabanga“ rufen, so klingt es auch wirklich danach. Alle anderen Kampfgeräusche sind ebenfalls richtig nice.

Musikalisch hat Konami sich in Turtles in Time extrem viel Mühe gegeben, den Stil der Turtles Melodien aus dem Cartoon korrekt zu imitieren und anhand dessen eigene Melodien zu kreieren und das ist einwandfrei gelungen. Einige Melodien stammen natürlich auch direkt aus der Serie. Somit hat man uns hier einen tollen Soundtrack gezaubert, welcher sich zwar nicht für ein Orchester Konzert eigne aber richtig gut passende Beat Em Up Musik darstellt, welche perfekt den Stil der Serie reflektiert. Das führt aber andererseits auch dazu, dass die Lieder größtenteils ziemlich ähnlich klingen.
4,75 / 5

Steuerung

Simpel zu verstehen und dennoch nicht so leicht zu meistern. Gerade das Werfen und der Angriff aus dem Anlauf heraus.

4 Stück zur Wahl.

Auch wenn es keine richtigen Kombos gibt, wie man sie aus Kampfspielen kennt, so hat jede Schildkröte in Turtles in Time dennoch leicht unterschiedliche Moves, welche sich nun mal aus den unterschiedlichen Waffen ergeben
4,5 / 5

Spaßfaktor

Das enorme Maß an Kreativität lässt Turtles in Time ziemlich glänzen. Die unterschiedlichen Ideen machen aus der Levelgestaltung etwas Besonderes.

Den Rattenkönig auf Surfbrettern in der Kanalisation vermöbeln? Normal in den 90ern.

Aber ich will auch mal etwas erwähnen, was das Spiel vielleicht nicht ganz so geil erscheinen lässt. Viele der Bosse sind nur ausgetauschte Grafiken, denn sie tun häufig dasselbe: Sich an einem der Ränder festkleben, meist der rechte Rand und dann zwei Projektile gleichzeitig verschießen. Die Turtles haben keine richtigen Kombos, man kann nichts freispielen und auch keine Entscheidungen treffen, um eine alternative Route einzuschlagen. Beinahe alle Standardgegner können ziemlich wenig einstecken und wiederholen sich sehr oft.

Diese Spaß-Kritikpunkte merkt man nicht unbedingt bei den ersten 1-2 Spielversuchen. Wenn man das Spiel aber öfter gezockt hat, über mehrere Jahre hinweg, so fällt das schon ein wenig negativ auf.
3,5 / 5

Bewertung und Fakten

Es ist ziemlich schwierig ein Turtles Beat Em Up auf dem Super Nintendo besser zu gestalten. Nicht nur, dass Konami hier grafisch wirklich top Leistungen erbracht hat, das ganze ist auch dermaßen performant, dass man wirklich staunen darf. Schon in Konamis Pop’n Twinbee fiel die gute Ressourcennutzung auf.

Klitsch-Klatsch von links nach rechts smashen!
  • Abwechslung ohne Ende
  • Toole Cartoongrafik
  • Viele kreative Gameplay Ideen
  • Wenige Moves

Aber nicht nur das, verglichen mit Power Ranger – The Movie, merkt man richtig, das Konami gut vertraut war mit der eigentlichen Materie. Ich glaube die Mitarbeiter von Konami müssen regelrechte Turtles Fans gewesen sein, denn die Liebe zum Detail, den Gegnern, den Sounds und den kreativen Ideen drumherum, lassen dies vermuten. Also eine glasklare Empfehlung, selbst für Beat Em Up Muffel.

Genre: Beat Em Up
Preis: circa 50 € bis 70 € für ein original SNES PAL-Modul auf ebay
Das Spiel existiert auch für die Switch und ist Teil der Cowabunga Collection, diese kostet 29,95€
Der Nachfolger Shredders Revenge für die Switch kostet 29,95€
Schwierigkeit: Einfach bis Mittel

Atmosphäre / Story: 4,75 / 5
Grafik: 5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 4,75 / 5
Steuerung: 4,5 / 5
Spaßfaktor: 3,5 / 5

Gesamt: 4,42 / 5

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