Doom PAL Modul grau

Doom

Dieser legendäre Ego-Shooter wurde von id Software entwickelt und 1993 für MS-DOS Systeme zum ersten mal veröffentlicht. Die Portierung auf den Super Nintendo kam jedoch erst 1995 heraus und ist bekannt dafür, eine abgespecktere Version zu sein. Doch heißt dies, dass Doom nicht gut ist auf dem SNES?

Atmosphäre / Story

Doom ist heutzutage jedem bekannt und so war es auch damals. Aber das rechtfertigt nicht, die vollständige Abwesenheit eines Intros oder auch nur eines ollen kleinen Textes. Das ist richtig faul. Auch sonst erfährt man nur nach jedem Kapitel ein wenig darüber, was eigentlich passiert und so richtig gut rübergebracht ist das inhaltlich nicht.

Dennoch ist die Atmosphäre, die in Doom aufkommt mehr als nur solide, was mich echt positiv überrascht, da ich das gar nicht so stimmungsvoll in Erinnerung hatte. Die ansteckende Musik, gepaart mit den höllischen Gegnern und der brutalen Gestaltung, mit Lichtflackern, dunklen Räumen und einprägsamen Soundeffekten generieren ein wirklich gelungenes Feeling.

Hier noch eine kleine amerikanische TV Werbung zum SNES Release:

Die Ingame-Ausschnitte stammen definitiv nicht aus der SNES-Portierung. Denn die sehen zu gut aus.

Ein sehr stimmungsvolles Gesamtbild.
4,25 / 5

Grafik

Schwierig zu bewerten, da es zu wenig Vergleichsmaterial auf dem SNES gibt. Natürlich fällt die SNES Portierung sehr viel schlechter aus, als das PC Original. Man hat die Auflösung deutlich reduziert, das lässt sich gut am dicken schwarzen Rand erkennen, der auf allen Screenshots einen soliden Anteil der Bilder einnimmt. Vor allem die Gegnertexturen sind sehr pixelig, aber der Rest sieht für SNES Verhältnisse ganz gut aus.

Das Feeling der Shotgun ist 1a.

Was die Performance angeht, überrascht mich das Spiel eigentlich recht positiv. Es ist zwar nicht richtig flüssig aber es ist absolut spielbar, auch wenn man sich gerade anfangs daran gewöhnen muss.

Richtig Licht und Schatten, wow.

Überraschend ist die Nutzung von Licht und Schatten, denn so etwas wie flackerndes Licht, dunkle Räume, das plötzliche Angehen oder Ausgehen von Lichtquellen funktioniert super und trägt sehr viel zum Feeling bei.

Zudem sehen die Waffen spitze aus. Ein solider Kontrast zu den Gegnern, die sehr grobe Pixelkonstrukte darstellen, aus der Nähe geht dies noch, man erkennt was die Grafik darstellen soll. Wenn ein Gegner sich in größerer Entfernung zum Spieler befindet, dann muss man raten, was sich da für ein Gegner vor einem befindet und das ist manchmal zum Schreien komisch – aber ungewollt.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Doom definierte das First Person Shooter Genre und es ist durchaus faszinierend, sich diesen Uropa des Genres im Jahre 2022 noch mal vorzunehmen. Man merkt schnell, dass sich in den Grundlagen nicht viel verändert hat, bis auf die Tatsache, dass man heutzutage nach oben und unten zielen kann, was in Doom nicht geht. Wie man dann sonst die Gegner treffen soll? Der Space Marine hält die Waffe auf einer konstanten Linie und wenn Gegner über ihm oder unter ihm sind, trifft er einfach trotzdem, da sozusagen nur die Horizontale wichtig ist beim Zielen. Somit hat man in der Vertikale ein Auto-Aim.

Man kann sich die Karte nicht angucken, man sieht nur den Ausschnitt in dem man sich gerade befindet…

Springen kann der Space Marine auch nicht aber immerhin kann er Treppen rauf und runtergehen, was in vorigen FPS Spielen (wie Wolfenstein) nicht möglich war. Dafür hat er eine Vielzahl interessanter Waffen mit verschiedenen Munitionstypen, die man einigermaßen geschickt einsetzen muss.

Oh nice, ein Pentagramm-Portal… der gehen wir doch direkt mal rein.

Die Level gestalten sich abwechslungsreich und in der Regel muss man nach Schaltern suchen, diese betätigen oder nach Schlüsseln suchen, um Türen zu öffnen, um in den nächsten Bereich gelangen. Dies klingt ziemlich durchschnittlich wird aber sehr gut aufgelockert durch die zahlreichen Geheimräume, die sich in jedem Level befinden. Somit zieht das Konzept selbst heutzutage erstaunlich gut.

Das einzige, was mir aus heutiger Sicht fehlt, sind ein paar mehr Waffen oder temporäre Powerups, diese existierten zwar im Prinzip aber sind so selten verteilt, dass man sich schon fragt, wozu diese überhaupt im Spiel sind.
4 / 5

Musik und Soundeffekte

Der Soundtrack von Doom rockt auch auf dem Super Nintendo einwandfrei. Musikalisch ist da überwiegend nicht so viel Komplexität drin aber es gibt dennoch einige Tracks mit Ohrwurmfaktor.

Die meisten Lieder sind nicht allzu melodisch, erfüllen aber wunderbar den Zweck die Atmosphäre zu unterstreichen. Durch düstere Soundkulissen und auch dementsprechend teuflische Soundeffekte.

Gerade die Soundeffekte haben einen sehr differenzierten Charakter und es gibt echt viele davon. Die Soundeffekte von Doom habe ich bereits ein wenig in meinem Artikel zum Thema „Gaming für Blinde“ gelobt.
4 / 5

Steuerung

Die Map bringt nicht viel, zeigt aber den Fortschritt.

Aufgrund der Performance wird die Steuerung recht negativ beeinflusst. So geht man häufig ein Stück weiter, als man eigentlich möchte. Generell unterliegen die Bewegungen einer gewissen Schwammigkeit, so als würde man ein einer dickeren Atmosphäre herumlaufen und die Bewegungen würden dem Space Marine irgendwie schwer fallen, man gewöhnt sich jedoch daran.

Das Zielen läuft aufgrund der Tatsache dass man nicht nach unten oder oben Zielen muss recht einfach ab, auch wenn man sich daran gewöhnen muss. Ansonsten tut man nicht viel außer rumzulaufen, die Waffe zu wechseln und mit Schaltern zu interagieren.
2,75 / 5

Spaßfaktor

Diese fliegenden Augenviecher machen mich wuschig.

Die technischen Mängel lassen Doom auf dem Super Nintendo nicht gerade attraktiv erscheinen, doch das täuscht ein wenig. Denn rein spielerisch geht hier echt viel, speziell wenn man sich an die ultra pixeligen Gegner gewöhnt hat. Die stellenweise scheußliche Performance mit den komischen Pixelfehlern kann aber durchaus die Stimmung trüben, Musik und Secrets bügeln das aber zu einem guten Anteil wieder aus aber leider nicht komplett.
4 / 5

Bewertung und Fakten

Heutzutage Doom auf dem Super Nintendo zu spielen, erscheint mir insgesamt betrachtet etwas unnötig zu sein, wenn es einfach nur darum geht Doom zu spielen. Wenn es aber darum geht, Doom mit dem besten Controller aller Zeiten zu spielen und einfach nur zu gucken, was denn theoretisch in Hinsicht von 3D-Action auf dieser Konsole möglich ist, dann lohnt sich das.

Diese Teufel können unheimlich viel einstecken.
  • Gute Atmosphäre
  • Gelungener Soundtrack
  • Alles voller Secrets
  • Richtiges 3D Game
  • Komische Pixelfehler
  • Gegner sehen auf Distanz beschissen aus
  • Schwammiges Gehen

Mir hat es durchgehend Spaß gemacht, trotz getrübter Optik, vielleicht sogar gerade deswegen? Einfach nur um zu gucken, wie viel Freude man an einem Spiel mit Pixelbrei-Grafik haben kann? Joa, irgendwie so. Da erscheint es einem schon schade, dass so wenige Entwickler diesen Weg auf dem SNES genommen, denn theoretisch geht hier schon deutlich mehr als ich je erwartet hätte.

Der Faktor der mich am Ball gehalten hat war übrigens die gute Kombination aus Secrets, Musik und genereller Atmosphäre, die für mich das Loch der schlechten Optik gut überwinden konnte.

Genre: Ego Shooter
Preis: 30 € bis 50 € auf ebay
Schwierigkeit: Mittel bis schwer

Atmosphäre / Story: 4,25 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 4 / 5
Steuerung: 2,75 / 5
Spaßfaktor: 4 / 5

Gesamt: 3,79 / 5

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