Shiren the Wanderer
Dies ist der Nachfolger von Torneko no Daiboken, bzw. der zweite Teil der Mystery Dungeon Spielreihe: Shiren the Wanderer. Von Chunsoft entwickelt, wurde es von selbiger Firma 1995 veröffentlicht. 2006 gab es ein Remake für Nintendo DS. Der japanische Originaltitel lautet Fushigi no Dungeon 2: Fūrai no Shiren und handelt diesmal in einer anderen Welt mit anderem Protagonisten, die nicht der Dragon Quest Welt entlehnt wurden.
Da das Spiel nur auf Japanisch erschien, wurde für diesen Test ein Übersetzungspatch benutzt.
Atmosphäre / Story
Mit einer schönen Introsequenz beginnt der Vorgeschmack auf Shiren the Wanderer. Gelungene Artworks und verständliche Texte vertiefen den Genuss. Irgendwie scheint es total wichtig zur Golden City zu gelangen und genau das versucht der wortkarge Held.

Verglichen mit dem Vorgänger hat man es hier mit einem völlig anderen Protagonisten zu tun, über den nicht viel offenbart wird. Die Welt von Shiren the Wanderer ist stark an das japanische Mittelalter angelehnt und knüpft an japanische kulturelle und mythologische Ideen an.

In kleineren Sequenzen werden gerne mal Spielmechaniken oder andere Dinge zur Welt des Spiels erklärt, insgesamt immer ziemlich heiter. Selbst vor Schimpfworten wird kein Halt gemacht. Doch an Tornekos Shop-Charme kommt das Spiel nicht ran.
3 / 5
Grafik
Der grafische Stil des Spiels ist ziemlich angenehm und weist mehr Details auf, als ich bei einem Mystery Dungeon Titel erwartet hätte. Recht viele unterschiedliche NPCs aber auch Gegner erwarten einen in Shiren the Wanderer und bleiben stilistisch fast immer konsistent.

Da das Spiel gewissermaßen rundenbasiert abläuft, ist die Performance einwandfrei. Eine Nutzung der unterschiedlichen Ebenen hätte garantiert besser gemacht werden können aber insgesamt sieht alles ganz schick aus.
Je nach Passage haben die Maps, welche oft im Freien stattfinden, übrigens ihr eigenes Design, welches ziemlich gut ist. Denn dadurch kann leicht mehr Deko eingebaut werden, genau wie schöne Parallaxhintergründe und andere Spielerein. Sowas hatte im Vorgänger gefehlt, in dem die Level alle in unterirdischen Dungeons stattgefunden haben.
4,25 / 5
Spielmechanik / Gameplay
In Shiren the Wanderer wird man mit dem typischen Mystery Dungeon Konzept konfrontiert. In dem man durch zufallsgenerierte Maps läuft und sich im Grunde am Stück durchkämpfen muss, da man bei Tod alle Items und Level verliert.

Lediglich über die Nutzung bestimmter Tontöpfe hat man die Möglichkeit Items zu verstauen, sodass man diese nicht verliert, wodurch der nächste Versuch ein Stückchen einfacher verläuft. Auch in bestimmten Lagerhäusern können Gegenstände verstaut werden. Verglichen mit Torneko no Daiboken fehlt jedoch das gezielte Ausbauen des Familienshops und etwas Ähnliches hat hier irgendwie gefehlt, um dem Gameplay ein Stück mehr Tiefe zu verleihen.
4 / 5
Musik und Soundeffekte
Für den Soundtrack von Shiren the Wanderer hat man sich vieler japanischer Stilmittel bedient und auch einer entsprechenden Instrumentenwahl. Am ehesten lässt sich der Soundtrack mit dem von Samurai Shodown vergleichen. An sich passt es total für ein japanisches Mittelalter Szenario aber rein rhythmisch und atmosphärisch scheint es mir keine optimale Wahl für ein Dungeon Crawler RPG zu sein. Die meisten Lieder klingen etwas träge und verträumt und rufen nicht gerade zu einer Abenteuer-Aufbruchsstimmung auf. Das hatte man in Torneko no Daiboken etwas schöner umgesetzt. Ich würde sogar behaupten, dass einige Tracks eher zu einem Horrorspiel passen würden. Andere Tracks tendieren wiederum in Richtung Fahrstuhlmusik.
Glücklicherweise sind die Soundeffekte ziemlich gut und signalisieren immer gekonnt was da gerade passiert.
3,14 / 5
Steuerung
Im Vorgänger, welcher sich prinzipiell genauso steuert, habe ich das diagonale Gehen kritisiert. Dieses finde ich in Shiren the Wanderer weiterhin nicht perfekt aber es geht hier leichter von der Hand. Die Menüführung etc. sind weiterhin gut gelungen.

Aber wie man Items einkauft (mit dieser bescheuerten Ablegemechanik) nervt. Denn man muss sich lange daran gewöhnen und es passiert einem trotzdem ständig, dass man über Dinge drüber läuft, die man in einem Shop gar nicht kaufen möchte.
4 / 5
Spaßfaktor
Spielerisch ist jede Runde, die man spielt unterschiedlich spaßig, denn enorm viel ist hier von Glücksfaktoren abhängig, welche schnell zu erkennen geben, ob man weit kommen wird oder nicht.

Einige halb-zufällige Quests und Gespräche lockern das Spiel teilweise auf, doch die nicht so gelungene Spannungskurve und flache Handlung lassen schon etwas zu wünschen übrig. Glücklicherweise geht jedoch das Mystery Dungeon Konzept ganz gut auf und die Sucht, durch die zufälligen Level ans Ziel zu kommen ist manchmal ziemlich fesselnd aber gelegentlich auch ein fieser Schlag ins Gesicht. Die Autosave-Funktion kann einem Vieles erleichtern aber auch erschweren.
4 / 5
Bewertung und Fakten
Wer auf das Mystery Dungeon Konzept steht, macht mit Shiren the Wanderer nichts verkehrt. Zufällige Dungeons mit einem nicht allzu ausgewogenen Glücksfaktor bezüglich Item- und Gegnerverteilung bereiten immer wieder Neugier und Lust auf mehr.

- Immer wieder eine neue Erfahrung
- Ziemliche schöne Grafiken
- Gute Vielfalt an Items
- Viele Überraschungen
- Pechsträhnen
- Bisschen langweiliger Soundtrack
- Nur Autosave
Doch die Sympathiefaktoren des Vorgängers fehlen hier komplett und darüber täuscht die z.T. schönere Gestaltung nicht wirklich hinweg. Das Flair des Spiels ist nicht schlecht aber völlig anders und deutlich nüchterner. Shiren the Wanderer hat eine steile Lernphase, durch die man sich hindurchbeißen muss, was nicht unbedingt jedermanns Sache ist.
Genre: Roguelike Rollenspiel
Preis: circa 12 € bis 17€ für eine japanische Version auf ebay
Schwierigkeit: Mittel bis schwer
Atmosphäre / Story: 3 / 5
Grafik: 4,25 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 3,14 / 5
Steuerung: 4 / 5
Spaßfaktor: 4 / 5
Gesamt: 3,73 / 5
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Poe
Ich finde dein Review sehr gelungen. Es spiegelt gut wieder, was alles im Spiel passiert. Wenn du noch ein wenig gewartet hättest, hättest du es sogar auf deutsch antesten können, denn für dieses Jahr ist noch der Release eines Deutsch-Patches geplant ^^
Alex der SNES-Blogger
Hey, schön von dir zu hören!
Ja, ich hatte bereits davon gelesen, allerdings war ich zu dem Zeitpunkt schon so weit in dem Spiel, dass ich dann keine Lust hatte das auf Eis zu legen und zu warten.
Aber sobald die deutsche Übersetzung raus ist, verlinke ich diese gerne 🙂