Tin Star

Endlich mal ein Railshooter im Westernsetting. Tin Star erschien 1994 ausschließlich in den USA. Entwickelt wurde das Spiel von Software Creations und veröffentlicht ausgerechnet von Nintendo höchstpersönlich. Das sollte doch wohl ein Qualitätszeichen sein, oder?

Atmosphäre / Story

Ein neuer Sheriff ist in der Stadt: Tin Star und sein Metallpferd Mo Crash. Die Stadt East Driftwood wird durch die Bad Oil Gang aufgemischt, der neue Sheriff muss für Ordnung sorgen.

Wie man schon anhand der Bilder gut erkennen kann, ist die Inszenierung reichlich detailliert, witzig und es gibt richtige Dialoge unter den Charakteren. Hier hat man viel Wert auf kinderfreundlichen Wortwitz gelegt, welcher sich oft in den Namen der Charaktere widerspiegelt, so wie „Tin Star“ selbst oder einer seiner Widersacher mit dem Namen „Snake Oil“.

Was vielleicht etwas schräg anmutet, ist die Tatsache, dass alle Charaktere Roboter sind, die aber aus irgendeinem Grund im wilden Westen leben. Sogar die Kühe und Pferde sind Roboter. Warum das so ist, wird nicht erklärt und auch wenn Tin Star so aussieht wie ein Spiel zu einem Cartoon, einen Cartoon gibt es hierzu nicht. Es gab 1995 einen Cartoon namens Tex Tinstar, doch dieser hat nichts mit dem Spiel zu tun.

Insgesamt für ein Actionspiel dieser Art, ein hervorragender Eindruck, sowohl atmosphärisch als auch handlungstechnisch.
5 / 5

Grafik

Rein stilistisch erinnert vieles an die alberne aber gleichzeitig detaillierte Art von Earthworm Jim. Nicht nur das, Tin Star ist obendrein ein sehr performantes Spiel. Teilweise ist das der Tatsache zu verdanken, dass die Level einfach nicht besonders groß sind.

So oder so kommt das Spiel mit wirklich vielen unterschiedlichen großen Grafiken, egal ob es Umgebungen oder Gegner sind. Das Einzige, was einen geringfügig stören kann, sind Grafiken, die so aussehen, als wären sie aus unterschiedlichen Spielen, da nicht alles stilistisch konsistent wirkt. Aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau, denn insgesamt sieht das Spiel toll aus.
4,5 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Mit genug Geld kann man speichern.

Tin Star ist eines dieser Railshooter Games, in denen man wirklich nur schießt, den Protagonisten selbst kann man nicht steuern. Obwohl es Level gibt, die aus der Egoperspektive stattfinden und Level die aus der 3rd Person Perspektive durchlaufen werden, bleiben die Ziele dennoch identisch: nämlich alle Gegner besiegen. Nachladen geschieht automatisch.

Da hat wohl einer Hunger, Loch im Magen und so 😉

Obendrein kommen die meisten Level mit kleineren Bosskämpfen, die zwar individuell ablaufen aber häufig zu leicht und taktikarm sind. Besondere Kämpfe sind die Duelle, welche dem Spieler besonders viel Reaktionsvermögen abverlangen.
2,75 / 5

Musik und Soundeffekte

Wow, der Soundtrack hat einiges das für sich spricht, denn in Tin Star sieht nicht nur alles nach Western aus, es klingt auch total danach. Speziell die Title Theme des Spiels ist es wert mal angehört zu werden, denn hier wird ordentlich nach Cowboyfilmen klingende Stimmung verbreitet, mit genau den richtigen Instrumenten. Der Soundtrack hätte nur ein paar Tracks mehr vertragen können und einige Lieder klingen sich zu ähnlich.

Die Soundeffekte klingen ein wenig nach Clay Fighter und haben mir weniger gefallen aber schlecht sind sie nicht. Insgesamt ein guter Sound.
3,73 / 5

Steuerung

In Tin Star funktioniert die Steuerung glücklicherweise mit allen Inputmöglichkeiten, also mit Controller, SNES-Maus oder eben auch per Super Scope. Es ist alles sehr simpel, vielleicht sogar zu simpel. Das Zielen per Controller fällt deutlich schwieriger aus, da man häufig am Ziel vorbeizielt und diagonale Bewegungen unpräzise verlaufen.

Alles rot, ich wurde getroffen.

Anvisieren und schießen, kann jeder. Leider tut man abgesehen davon nichts weiter. Man muss nicht nachladen, es gibt keine Waffen zum Wechseln und auch sonst keine Spezialangriffe oder Zweitwaffen. Das ist zu wenig. Die Tatsache, dass man in den 3rd-Person Leveln, die Tiere, welche man reitet, nicht direkt lenken kann, hätte sich eigentlich gut für die Schultertasten angeboten aber man hat darauf verzichtet.
3,75 / 5

Spaßfaktor

Aufgrund des etwas stumpfsinnigen Gameplays ist der Spaßfaktor in Tin Star etwas gedrückt. Das ist ziemlich schade, denn die schöne Inszenierung mit durchgehendem Humor sind gut gelungen.

Man könnte meinen Tin Star sei ein Run and Gun.

Schade ist zudem, dass Missionen sich spielerisch auch zu häufig wiederholen, sodass man diese gedanklich nur schwer auseinanderhalten kann. Gerne hätte ich hier verschiedene Waffen gesammelt, einen Aufladeangriff genutzt und auf meine Munition geachtet.
2,25 / 5

Bewertung und Fakten

Es ist merkwürdig, dass kaum jemand Tin Star kennt. Dieses Spiel bietet so viel, das ziemlich einzigartig auf dem Super Nintendo ist. Speziell das Design und die detaillierte Handlung in Kombination mit dem hohen Actionanteil können sich wirklich sehen lassen und machen Spaß.

Die schwebenden Kühe haben Euter xD
  • Schöne cartoonige Grafik
  • Top Performance
  • Viel Humor
  • Ziemlich einfach (meistens)
  • Spielerisch einseitig

Da dieses Spiel aber ziemlich monoton ist, sollte man es am besten scheibchenweise genießen und nicht lange am Stück zocken. So wird es wahrscheinlich angenehmer sein. Von dem gelungenen Western Soundtrack kann man durchaus einen Ohrwurm kriegen.

Genre: Railshooter
Preis: circa 25€ bis 40€ für ein original US Modul auf ebay
Schwierigkeit: Einfach bis schwer

Atmosphäre / Story: 5 / 5
Grafik: 4,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 2,75 / 5
Musik und SFX: 3,73 / 5
Steuerung: 3,75 / 5
Spaßfaktor: 2,25 / 5

Gesamt: 3,66 / 5

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