Zombies PAL Modul

Zombies (ate my Neighbours)

Entwickelt von LucasArts und gepublished von Konami, kam bei uns 1994 Zombies auf den Markt, welches in den USA unter dem Namen „Zombies ate my Neighbours“ lief. Das Spiel ist selbst heute noch recht beliebt und schaffte es 2021 auf die Switch, PS4 und Windows. Beliebt aus Nostalgie oder weil es sich um ein wirklich gutes Spiel handelt?

Atmosphäre / Story

In Zombies ist atmosphärisch tatsächlich einiges gegeben, es ist aber keine besonders düstere Horror-Atmosphäre, denn das Spiel hat einen starken satirischen Charakter. Zombies bewegt sich auf einer Schiene zwischen Horror und Comedy. Zombies ist der Vorgänger von Ghoul Patrol.

Die Levelnamen sind die einzigen Texte, die man in Zombies lesen darf.

Die Umgebung ist detailliert und führt einen durch viele Horror-Filmszenarien auf mehr oder weniger lustige Art. Man hat sich hier zum Ziel gesetzt eine trashige Klischee-Horror-Atmosphäre widerzuspiegeln, in der Teenager die Handlung übernehmen. Killerbabies laufen mit Messern herum und ab und zu springt jemand aus dem Gebüsch mit einer Kettensäge, plötzlich sind überall Aliens… Alles ist überzogen aber auf seine Weise konsistent.
3,75 / 5

Grafik

Sowohl die Charaktere als auch die Umgebung sind ziemlich detailliert. Die Level wirken leider von der Struktur her teilweise so, als wären sie mit einem Zufallsgenerator erstellt worden, was aber nicht der Fall ist, da jedes Gebäude, jede Fläche und jede Map sehr quadratisch ausfällt.

Ist da was vom Himmel gefallen?

Zombies läuft größtenteils flüssig, kann aber gelegentlich kleinere Performanceprobleme aufweisen, die aber eher selten stören.
3,75 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Spielerisch liegt Zombies einigermaßen nah an Chaos Engine dran, nur ohne RPG Elemente. Es ist alles auf die Action fokussiert. Das Spielgefühl ändert sich nicht durch die Wahl des Mädels oder des Jungen.

Frankensteins Monster samt Labor.

Über das Spiel verteilt finden sich überall Waffen und andere merkwürdige Gegenstände. Die komische Uzi, mit der man herumläuft ist jedoch die Standardwaffe, darüber hinaus kann man mit Gabeln, Dosen, Tellern und anderem Gedöns werfen. Zusätzlich gibt es besondere Waffen, wie das Kältespray, welches Gegner kurzzeitig einfriert. Man könnte dabei im ersten Moment denken, „ah alles dieselbe Scheiße, nur die Grafik wurde ausgetauscht“ – aber nein. Für jede Waffe gibt es einen Gegner, gegen den diese besonders hilfreich ist, so wie die Gabel gegen Werwölfe (soll wohl aus Silber sein), der Heckentrimmer gegen die Alienpflanzen usw. Zudem wird jede Waffen auf eine andere Art geschossen bzw. geworfen.

Lila Hulk klatscht alles weg, auch brüchige Wände 😉

Zusätzlich gibt es noch passive Gegenstände, wie First Aid Kits, Mystery Tränke, Tränke die den Spieler in einen randalierenden Hulk verwandeln usw., was die gesamte Run and Gun Angelegenheit deutlich weniger stumpf gestaltet, da man Items rationieren und mit Bedacht einsetzen muss.

Eine Szene wie aus Zelda.

Glücklicherweise gibt es gelegentlich mal einen Bosskampf, welcher die Monotonie ein wenig durchbricht. Trotzdem tut man in den meisten Levels jedoch dasselbe: 10 Überlebende suchen und somit den Ausweg ins nächste Level öffnen. In den späteren Leveln ist es dann nur noch 1 Überlebender.
4 / 5

Musik und Soundeffekte

Teilweise düdelig, selten atmosphärisch. Manchmal ist die Musik recht finster und passt, dann wiederum mokierend oder actionreich. Man konnte sich hier nicht entscheiden, das stört atmosphärisch ein wenig. Die Lieder sind zwar ganz in Ordnung aber durch Komplexität stechen diese nicht heraus.

Ok, diese Windel will ich nicht wechseln…

Glücklicherweise sind die Soundeffekte gut und passen beinahe immer. Hier hätte man deutlich mehr Wert auf gruselige Sounds anstatt auf quietschig-schleimige Geräusche legen sollen.
3,25 / 5

Steuerung

Laufen und Waffen betätigen erfolgt problemlos. Das Wechseln der Items und Waffen ist aber gewöhnungsbedürftig, selbst nach mehreren Stunden verdrücke ich mich diesbezüglich immer noch. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, wenn man hierfür die Schultertasten genutzt hätte.

Maskierter Axtkiller wurde von mir durch eine Clownspuppe abgelenkt.

Zusätzlich ist es möglich einen Radar zu aktivieren, wenn man nicht gerade selbst als Mutant herumläuft, welcher einem die Standorte der Überlebenden präsentiert, was die Erfüllung jeder Mission erheblich erleichtert.

Was jedoch ziemlich nervig ausfallen kann ist die Hitdetection, denn man muss mit fast allen Gegnern auf einer Linie stehen, um diese zu treffen. Das bedeutet, wenn man etwas wirft oder schießt, was im Prinzip den Kopf eines Gegners treffen müsste, so trifft man einfach nicht. Außerdem ist es nicht möglich, stehenzubleiben und sich währenddessen zu drehen, um besser werfen oder schießen zu können. Stattdessen tätigt man immer auch einen Schritt in die Richtung, was einen häufig Kopf und Kragen kostet.
2,75 / 5

Spaßfaktor

Uh ja, Zombies macht Spaß aber mir zumindest nicht übermäßig viel. Dies ist vornehmlich der nicht vorhanden Handlung geschuldet, zusätzlich der sich nach wenigen Levels einstellenden Monotonie.

Arbeitswelt von heute.

Es ist gut, dass es in einigen Levels Geheimwege gibt aber das reicht mir nicht. Dem Spiel fehlen sowas wie „alternative Routen“, wodurch jeder Durchlauf sich anders gestalten könnte aber genau dies passiert nicht.

Zudem fehlt an vielen Stellen der Feinschliff, wie z.B. bei den Bosskämpfen, welche teilweise sehr extreme Handlungsmuster haben. Hier und da frustriert einen die Hitdetection, gerade wenn der Gegner 5 mal so groß ist wie man selbst und man diesen einfach nicht treffen kann, weil man irgendwie den falschen Punkt trifft.

Ok, Aliens sind auch dabei. Erinnern stark an Mars Attacks!

Was Zombies tatsächlich spielenswert macht, ist der kooperative Modus. Wobei auch dieser Modus darunter leiden kann, dass beide Spieler sich einen Bildschirm teilen und somit gerne mal steckenbleiben können, Splitscreen wäre hier schlauer gewesen.
3,75 / 5

Bewertung und Fakten

Zombies bietet ein ganz eigenes Shooter Konzept, welches zu zweit wunderbar aufgeht. Alleine hingegen, wird einen die Kombination aus hohem Schwierigkeitsgrad, nicht so guter Hitdetection und gestalterischer Monotonie irgendwann langweilen.

Leider nicht gerettet…
  • Umfangreich
  • Gutes Passwortsystem
  • Viele Items und Waffen
  • Kooperative Action
  • Schlechtes Balancing
  • Teils fiese Hitdetection
  • 0% Handlung

Für den Soloplayer ist Zombies somit nicht unbedingt empfehlenswert, für den kooperativen Zweispielermodus hingegen schon, denn nur so kann dem Schwierigkeitsgrad entgegengewirkt werden.

Die Tatsache, dass die Gegner endlos auftauchen, ist glaube ich einer der Knackpunkte, den man hätte ändern müssen. Geschickt platzierte geringere Gegnermengen und ein bisschen Handlung, hätten daraus einen soliden 2D Resident Evil Abklatsch machen können.

Im Jahr 2019 wurde Zombies als 3D-Mod in die Doom Engine portiert und das kann sich sehen lassen 🙂

Genre: Shooter (Top down)
Preis: circa 20€ bis 35€ bei ebay
Schwierigkeit: Schwer

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,75 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 3,25 / 5
Steuerung: 2,75 / 5
Spaßfaktor: 3,75 / 5

Gesamt: 3,54 / 5

Submit your review
1
2
3
4
5
Submit
     
Cancel

Create your own review

SNES-Testberichte.de
Average rating:  
 0 reviews

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *.

*
*
You may use these <abbr title="HyperText Markup Language">HTML</abbr> tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

6 + eins =