Arabian Nights PAL Repro

Arabian Nights: Spirit of the Desert King

Takara war in den 90er Jahren ein bekannter Entwickler von Kampfspielen wie Fatal Fury, Samurai Showdown und King of the Monsters. Überraschenderweise publishte Takara auch ein Rollenspiel für den Super Nintendo, nämlich Arabian Nights: Spirit of the Desert King. Entwickelt wurde es von Pandora Box, einem Studio über das ich nichts herausfinden konnte. Die Geschehnisse des Spiels finden in einer arabisch-orientalischen Fantasywelt statt und halten somit ein wirklich seltenes Setting bereit (für SNES Verhältnisse). Leider erschien das Spiel 1996, also in dem Jahr, in dem der N64 veröffentlicht wurde, was sehr wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass es nie außerhalb Japans veröffentlicht wurde.

Atmosphäre / Story

Die Geschichte startet mit einigen guten Zwischensequenzen und erzählt von einem Ifrit, welcher von einem Zauberer seiner Mächte beraubt wurde. Viele Jahre später findet ein Mädchen einen Ring, an den dieser Ifrit gebunden ist und darf einen Wunsch äußern: Frieden. Dadurch macht sich der Ifrit in Menschengestalt auf, mit dem Mädchen für Ordnung zu sorgen und zudem noch einige Kristalle zu finden, die seine einst gebannte Macht wiederherstellen.

Oh ja, böse Kulte die unschuldige Jungfrauen entführen! Giggity…


Man spielt somit eine einigermaßen böse Figur und eine unschuldig gute Figur zugleich, nur ein weiterer Charakter kommt dazu und ergänzt die interessante aber mäßig ausgebaute Gruppendynamik. Die Handlung entfaltet sich weiter und wird durchweg gut inszeniert. Das arabische Gesamtbild, welches stark an Aladdin erinnert, ist äußerst stimmig und konsistent. Die Handlung selbst ist bisschen flach aber die gute Inszenierung bringt das weitestgehend wieder in Ordnung.

Abgesehen davon, verfügt das Spiel über verschiedene Enden, je nachdem welche Entscheidungen man trifft. Die Spielzeit soll dabei auch einen Einfluss haben aber so ganz verlässliche Informationen konnte ich zu den exakten Konditionen nicht finden. Allerdings sind es nur 3 verschiedene Enden, also keine so große Nummer aber erwähnenswert.
3,75 / 5

Grafik

Der grafische Stil ist mit nichts anderem auf dem SNES zu vergleichen, die Aladdin Optik kombiniert mit einem Gespür fürs Detail ist wirklich gut gelungen. Die Charaktere sind detailliert, der Kampfbildschirm ungewöhnlich aber dennoch gut.

Oh oh, wenn man hier mal nicht gefistet wird xD

Der einzige Punkt, in dem das Spiel nicht so sehr glänzt, ist die Darstellung innerhalb einiger Dungeons aber vor allem innerhalb von Palästen. Dort geht man dann durch viele leere Räume, ohne Möbel, sonstige Gegenstände oder Leute. Das erweckt den Eindruck, als wären diese einfach unfertig und aus einer Beta Version.
3,5 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Man läuft herum, redet mit allerlei Leuten und rutscht somit von einem Quest ins nächste. Nebenbei arbeitet man die Rahmenhandlung ab.

Sehr simples und gut funktionierendes Ausrüstungsmenü.

Viele zufällige Kämpfe kommen dann in Dungeons und vor allem auf der Weltkarte auf einen zu. Teilweise etwas zu viele. Im Vergleich zu Slayers finde ich das aber nicht so schlimm, denn die Kämpfe sind vergleichsweise kurz und die Auto-Kampf-Funktion hilft dabei ungemein.

Immer zu dritt gegen das Böse!

Die Kämpfe haben eine eigene kleine Mechanik, nämlich kann man das Schlachtfeld verzaubern mithilfe von Karten. Diese bewirken dann Effekte wie, dass am Ende jeder Runde ein wenig MP regeneriert werden oder der Gegner Feuerschaden kassiert oder Statuseffekte aufhebt. Das ist ganz kool und bringt etwas Neues mit rein, was sich gerade bei Bosskämpfen gut durchsetzt. Zusätzlich können noch weitere Dschinns beschworen werden, die einem dann im Kampf helfen. Deutlich besser als die gewöhnliche Mystic Quest Legends Kost.
4 / 5

Musik und Soundeffekte

Die Musik ist in Arabian Nights unfassbar passend und auch atmosphärisch. Ihr denkt an Aladdin Musik oder Basarklänge aus 1000 und einer Nacht? Genau das kriegt ihr in vielen verschiedenen Varianten.

Hier wurde eine Feuerkarte Level 5 gewirkt, daher ist die Spielfläche so rot.

Aber auch die Soundeffekte klingen ordentlich. Nicht so, dass es an die Qualität von Nintendo oder Capcom herankommt aber dennoch wirklich gut. Das einzig blöde ist, dass das Spiel nicht allzu viel musikalische Abwechslung bietet und man einige der Stücke sehr oft hören wird.
3,75 / 5

Steuerung

Ganz schön wolkig.

Da Arabian Nights rundenbasiert abläuft, kann man im Grunde nicht viel falsch machen. Aber auch sonst, wie zum Beispiel nervige Shops in denen man einzeln Items kaufen muss, funktioniert hier mit Mengenangabe intuitiv und sinnvoll. Die Auto-Kampf-Option erleichtert einem einfache Kämpfe und kann per Tastendruck unterbrochen werden, falls die KI den Kampf doch verkacken sollte.

Der einzige kleine Malus ist die Steuerung auf der Weltkarte, dort bleibt man einfach häufiger stecken und ist sich nie so richtig sicher, wo genau man nun durch kann und wo nicht, auch wenn man fliegt…
4,25 / 5

Spaßfaktor

Bad Boy Bardo, Freund oder Feind?

Es ist super ein Rollenspiel in einem anderen Setting zu spielen. Klar ist es immer noch Fantasy aber eben arabisch-orientalische Fantasy mit vielen schönen Details, passender Stimmung, Dialogen und Aufgaben.

Die etwas zu zahlreichen Kämpfe verderben einem aber gelegentlich die Laune. Vor allem, wenn man den Weg nicht findet… Auch sonst sind leider die Levels relativ arm an Rätseln und gezielt verwirrend gestaltet, worin die größte Herausforderung liegt und das kann nervig werden.
3,5 / 5

Bewertung und Fakten

Bosskämpfe sind zahlreich.

Als ich gesehen habe, dass Takara hinter diesem Spiel steckt, dachte ich „oh Scheiße, Kampfspielentwickler macht Rollenspiel“ aber ich lag völlig falsch. Arabian Nights: Spirit of the Desert King hat zwar einige Gestaltungslücken in den Dungeons und Palästen aber es gibt dennoch ein stimmiges Gesamtbild. Und die Stimmung ist ein springender Punkt, denn die zieht im orientalischen Setting wunderbar, auch die Gegner und die Charaktere sind gut gewählt und passen einfach zusammen.

Einmaliges Rollenspielerlebnis im Aladdin Stil, mit mehreren Enden und einem fehlenden Feinschliff. Abgesehen davon ist die Übersetzung grandios gelungen, da wurde hochkarätige Arbeit geleistet, eine der besten Fan-Übersetzungen, die ich je gesehen habe.

Genre: Rollenspiel
Preis: unklar
Schwierigkeit: Mittel

Atmosphäre / Story: 3,75 / 5
Grafik: 3,5 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4 / 5
Musik und SFX: 3,75 / 5
Steuerung: 4,25 / 5
Spaßfaktor: 3,5 / 5

Gesamt: 3,79 / 5

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