Ryuuko no Ken 2 (a.k.a. Art of Fighting 2)

Auch bei dem zweiten Teil handelt es sich um eine Portierung vom Neo Geo. Ryuuko no Ken 2 ist der Nachfolger von Art of Fighting, ist aber im Gegensatz zum Vorgänger ausschließlich in Japan erschienen. Das Spiel erschien 1994 und wurde von SNK entwickelt und veröffentlicht, warum es nicht außerhalb Japans erschien ist ziemlich unklar. Die Portierung vom Neo Geo auf SNES übernahm die weniger bekannte Programmiererbude Saurus.

Atmosphäre / Story

Art of Fighting 1 war auf seine mäßige Handlung fokussiert, welche nur 2 spielbare Charaktere zuließ. Ryuuko no Ken 2 ermöglicht es jedem Charakter etwas Handlung zu verleihen. Ohne Japanisch Kenntnisse hat man nicht allzu viel von der Handlung aber zumindest die Illustrationen sind SNK gut gelungen. Da einfach jeder seine Dialogboxen hat, ist das natürlich eine solide Erweiterung, egal ob man es nun versteht oder nicht. Jeder Charakter hat sein eigenes Ending, eine gute Motivation zum Durchspielen.

Ein Jahr nach den Ereignissen von Art of Fighting 1 geht es im zweiten Teil darum, dass der aufstrebende König des Verbrechens, namens Geese, diverse Kämpfer für ein eigens organisiertes Kampfsport Turnier versammelt.

Geese Howard ist übrigens auch der Antagonist der Fatal Fury Spielreihe. Die Art of Fighting Spiele sind sozusagen ein Prequel der Fatal Fury Games und diese sind wiederum sind Prequels der King of Fighters Reihe… da hat sich SNK etwas aufgebaut. Handlungstechnisch ist das kein Knaller aber es ist schon ziemlich nice einige Charaktere in anderen Spielen wiederzusehen, solche Überschneidungen in Games machen Spaß.
4 / 5

Grafik

An sich sind die Grafiken wirklich gut gelungen. Schöne Hintergründe, in denen sich was bewegt und große Sprites mit vielen Moves. Allerdings gibt es wieder die typischen Neo Geo Portierungsprobleme.

Mr. Big kämpft als einziger mit Waffen – unfair!

Die Animationen laufen nicht ganz flüssig, obwohl sie relativ schnell ablaufen. Ich glaube, für die Bewegungen hat man einfach zu wenige Zwischenbilder genutzt, was manchmal etwas komisch aussehen kann aber keineswegs schlecht. Man gewöhnt sich ziemlich schnell daran.

Es wird auch mal etwas rausgezoomt.


Leider ist in Ryuuko no Ken 2 auch die Auflösung von allen Seiten beschnitten, was man gut an den Screenshots hier erkennen kann, daher haben alle diesen schwarzen Rand.
4 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Glücklicherweise hat man den eigentlichen Spielmodus, den man alleine spielt, ordentlich erweitert. Im Vorgänger waren es nur Ryo und Robert, nun sind 10 weitere Charaktere spielbar, also 12 insgesamt und im Versus-Modus kann man sogar noch den Endgegner spielen, also bis zu 13 Charaktere.

Was die Art of Fighting Games auszeichnet, ist die Nutzung einer Energieleiste, welche sich durch die Nutzung von Kombos leert und durch Schläge und gezieltes Aufladen wieder regeneriert werden kann. Das ist ziemlich strategisch, da man dadurch besser seine Kombos planen muss und den Gegner nicht hirnlos mit Fernangriffen zuspammen kann.

Hadouken?!
  • Ryo, Robert
    • 2 fast gleiche Kämpfer mit leichten Variationen in der Ausführung der Moves. Sozusagen die SNK Kopien von Ryu und Ken. Gute Wahl für Einsteiger.
  • King
    • Kriminelles Genie und bereits aus dem ersten Teil bekannt. Relativ agil und verfügt über Fernkampfangriffe die über Kicks ausgelöst werden.
  • Temjin
    • Der äußerst muskulöse Chinese verfügt über schnelle Nahkampfangriffe und bewegt sich auch sonst agiler, als er aussieht.
  • Eiji
    • Der einzige Ninja bewegt sich nicht ganz so schnell wie man erwarten würde, doch seine Angriffe sind schnell und können den Gegner aus der Verfassung bringen.
  • John
    • Guter Allrounder, welcher eher auf Kicks setzt, als auf Schläge. Hat Fernkampfangriffe, bewegt sich etwas langsam.
  • Mr. Big
    • Der Gangboss Mr. Big verfügt über eine hohe Reichweite und obendrein noch Fernkampfangriffe und ist somit ein sehr harter Gegner. Er ist ziemlich groß und breit, was ihn leichter treffbar macht.
  • Mickey
    • Er ist ein Boxer und schlägt schnell zu. Erinnert stark an Balrog aus Street Fighter 2 Turbo, nicht nur vom Aussehen her, auch aufgrund der Kombos. Ziemlich schnell, hat einen Fernkampfangriff, der sich am Boden entlang bewegt.
  • Jack
    • Benutzt weitreichende Punches, die über den halben Bildschirm gehen. Ebenfalls einen Dropkick mit ordentlich Reichweite. Jack führt einige seiner Angriff mit seinem Hintern (!!!) aus. Ansprechend seiner Statur ziemlich langsam.
  • Lee Pai Long
    • Ein unerwartet agiler Kämpfer der von den Bewegungen her ein wenig an den Drunken Style erinnert. Lee Pai Long hat weitereichende Fernkampfangriffe, die er mit seinem Körper ausführt, ähnlich wie Blanka in Street Fighter 2 Turbo.
  • Takuma
    • Ähnlich wie Yuri, nur langsamer und stärker. Hat einen guten Fernkampfangriff und mehrere heranpreschende Angriffe, die seinen langsamen Gang ausgleichen.
  • Yuri
    • Einer der agilsten Kämpfer. Verfügt über gute Fernkampfangriffe. Ähnlich wie Takuma und sollte keineswegs unterschätzt werden.
Energie oder Lebenspunkte erhöhen, oder einen neuen Move erlernen.

Zusätzlich kann man im Hauptmodus circa nach jedem dritten Kampf ein Bonus-Level bestreiten, welches einem die Lebensleiste oder Energieleiste erhöht oder man kann alternativ einen Spezialangriff erlernen, wodurch sich jeder Spieldurchgang etwas variabler gestaltet als in anderen Kampfspielen.

Für eine komplette Moveliste könnt ihr im strategywiki nachschauen. Die Charaktere haben im Durchschnitt ziemlich viele Moves und definitiv mehr als die Charaktere in Mortal Kombat 2, was das Erlernen der Charaktere ziemlich spaßig gestalten kann.
4,5 / 5

Musik und Soundeffekte

Die Soundeffekte von Ryuuko no Ken 2 muss man tatsächlich loben, denn die Treffergeräusche und Schreie klingen alle ziemlich passend zu den Moves, ähnlich wie in Street Fighter II Turbo und Samurai Shodown.

Gerne würde ich die Musik auch loben aber diese klingt nur leicht überdurchschnittlich. Manchmal bin ich mir nicht sicher, wieso dies in ein Kampfspiel passen soll aber so ist es nun mal. Einige richtig gute Tracks gibt es aber trotzdem.
3,35 / 5

Steuerung

Sprungkick in die Eier 🙂

Irgendwie hat die Steuerung in Ryuuko no Ken 2 etwas Ungenaues an sich, was einen denken lässt, der Input wird nicht ganz richtig erfasst. Dadurch laufen die Kombos nicht immer ganz flüssig von der Hand. Es ist im ersten Moment etwas nervig aber man kann sich daran gewöhnen und dann merkt man es nicht mehr. Insgesamt aber schon besser als in Art of Fighting 1, nur eben immer noch nicht perfekt.
3,75 / 5

Spaßfaktor

Im ersten Moment kann das Spiel einen abschrecken, aufgrund einiger Aspekte, die nicht so flüssig ablaufen, wie sie sollten. Aber wenn man sich daran gewöhnt und den Ansporn findet, das Spiel mit jedem Charakter durchzuzocken, um das Ending zu sehen, sieht es ziemlich in Ordnung aus.

Geese ist ein äußerst fieser Gegner.

Speziell die große Anzahl an Kämpfern macht viel her und dann gibt es ja noch den Versus-Modus, in dem man sich Teams in der Größe von 5 Leuten erstellen kann. Doch die kleinen technischen Macken bleiben nicht unbemerkt und der Schwierigkeitsgrad an sich, ist selbst auf der leichtesten Einstellung ein gutes Stück zu hart.
3,5 / 5

Bewertung und Fakten

Insgesamt ein deutlich besseres Ergebnis, als das, was ich erwartet hatte. Doch der Schwierigkeitsgrad ist höher als es dem Spiel gut tut, weswegen man in Ryuuko no Ken 2 auf Easy stellen sollte. Das Spiel lohnt sich absolut, denn hier gibt es viele gute Ideen, die man leider nur in wenigen anderen Kampfspielen wiederfindet.

Micky ist genau da wo er sein möchte…
  • Mehr Kämpfer
  • Allerlei Dialoge
  • Viele Moves je Kämpfer
  • Auflösung stark beschnitten
  • Keine Übersetzung vorhanden

Ist man in der Lage über kleinere technische Mängel hinwegzusehen, wird man hier mit einem umfangreichen Kampfspiel belohnt. In dieses Spiel kann man viel Zeit investieren, um das eigene Können zu perfektionieren, ähnlich wie in Street Fighter 2 Turbo. Seinem Vorgänger ist Art of Fighting 2 um Längen voraus.

Wer jammern möchte, dass dieses Spiel nicht so gut sei, wie das Arcade Original, der hat natürlich auf grafischer Ebene recht. Aber das ist hoffentlich logisch, oder? Schließlich sind die Möglichkeiten des SNES deutlich begrenzter. Dafür wurde im Rahmen der Portierung aber kein Content weggelassen, nur einige Animationen wurden verkürzt, das kleine bisschen an Blut, was es gab, wurde entfernt und das war es eigentlich schon. Mehr Details im Zensurbericht. Man hat es geschafft alles Wichtige zu portieren und obendrein ist es möglich Geese zu spielen, was in der Arcade Version nicht möglich ist.

Genre: Kampfspiel
Preis: circa 30€ bis 60€ (gebrauchtes Jap Original)
Schwierigkeit: Schwer bis extrem schwer

Atmosphäre / Story: 4 / 5
Grafik: 4 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 4,5 / 5
Musik und SFX: 3,35 / 5
Steuerung: 3,75 / 5
Spaßfaktor: 3,5 / 5

Gesamt: 3,85 / 5

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