Ausflug in die Welt des PC Engine / Turbografx-16 – Teil 1

Es gab da so eine Spielkonsole in den 90ern, die nicht so richtig bei uns herauskam. Sie wurde von der Firma NEC entwickelt und vertrieben. Bei spezialisierten Händlern konnte man diese kriegen aber das war eher die Ausnahme und womöglich sogar seltener anzutreffen als die NeoGeo Konsolen. Daher mal eine kleine Vorstellungsrunde des PC Engine bzw. Turbografx-16, in 2 Teilen. (Direkt zu Teil 2)

Was ist ein PC Engine bzw. Turbografx-16?

Diese Videospielkonsole wird manchmal zu den 8-Bit Systemen gezählt und manchmal zu den 16-Bit Systemen. Dies liegt daran, dass der Prozessor, der HuC6280 auf 8-Bit Struktur mit 7,16 Mhz lief. Doch der Grafikprozessor verfügte über eine 16-Bit Struktur.

Die Konsole erschien in Japan unter dem Namen PC Engine im Jahre 1987. 1989 in den USA und Frankreich und dann 1990 in Großbritannien und Spanien – aber nicht bei uns in Deutschland. Außerhalb Japans erhielt die Konsole den Namen Turbografx-16, um auf die „überragende“ 16-Bit Technologie hinzuweisen. Das System verfügte über 8 KB RAM und 64 KB Video-RAM. Zum Vergleich: Ein NES hatte 2 KB RAM und 2 KB Video-RAM. Somit ein deutlicher Unterschied zur damaligen Zeit.

Da ich über eine Emulationskonsole (Retrofreak) gezockt habe, muss ich auf andere Seiten verweisen, wenn ihr Bilder der Konsole sehen wollt:

Module für Turbografx-16 und PC Engine?

Es gab Module, die ein wenig wie übergroße SD-Karten aussehen, namens HuCards. Diese verfügen über eine für damalige Verhältnisse große Speicherkapazität von 2 bis 6 MB. Die Module für NES hatten vergleichsweise eine Speicherkapazität von 23,4 KiB bis 732,42 KiB. Also deutlich kleiner.

Beispiel für Vorder- und Rückseite eines Moduls (HuCard).

Im weiteren Verlauf der Jahre erschienen andere Varianten der Konsole mit Disclaufwerken. Da aber nicht allzu viele Titel für die CD-Variante erschienen sind, geht es in diesem Artikel nur um die Games, die auf HuCards erschienen sind. Zudem erschienen 3 verschiedene CD-Formate, für die man auch das entsprechende Gerät benötigt um diese abzuspielen:

  • CD-ROM
  • Super CD-Rom
  • Arcade CD-ROM

Veröffentlichte Titel

Über die Jahre hinweg erschienen 678 Titel insgesamt, wenn man die westlichen und japanischen Releases aufaddiert. 389 Games erschienen in den CD-Formaten, wovon aber nur 45 in den USA veröffentlicht wurden. Die meisten CD-Titel blieben in Japan.

Die ersten offiziellen Titel erschienen in den USA 1989 und die letzten im Jahr 1994. In Japan wurden bereits 1987 die ersten Games veröffentlicht und der letzte Titel kam 1999 heraus, somit eine immense Lebensspanne, mit satten 12 Jahren!

Leider ließ sich keine Info dazu finden, welche Games am erfolgreichsten Waren, bzw. die höchsten Umsätze eingefahren haben. Romhacks oder Homebrew Games für diese Konsolen sind kaum zu finden aber es gibt von Remute ein Musikalbum auf HuCard, welches 2021 erschien.

Es existiert keine konkrete Auflistung nach Genre aber anhand diverser Videos stellt man schnell fest, dass es einige dominierende Genres gibt auf diesen Systemen.

Generell sind Shoot Em Ups mächtig stark vertreten, genau wie Sportspiele und allerlei Puzzle-Action Titel a la Tetris oder Bubble Bobble. Einige Rollenspiele gibt es ebenfalls, allerdings sind diese fast alle in Japan geblieben und Übersetzungen sind bis heute eher eine Seltenheit für dieses System. Kampfspiele scheinen absolute Mangelware zu sein, was verwunderlich ist, bei diesem Arcade-Fokus.

Von den 356 Titeln die auf video-games-museum gelistet sind, gehören 81 Games zum Shoot Em Up Genre und nur 23 zu den Jump and Runs.

Es gibt natürliche einige Überschneidungen mit SNES-Titeln, so sind bspw. sehr viele von den japanischen Sportspielen sowohl für Super Famicom als auch für PC Engine erschienen. Große bekannte Trademarks sind jedoch auf PC Engine bzw. Turbografx-16 selten anzutreffen. Einige der wenigen Ausnahmen sind YS III, Bonks Adventure, Magical Chase oder Parodius.

Preisbereich der PC-Engine und Turbografx-16 Spiele

Schnell bemerkt man, dass die japanischen Games ein gutes Stück billiger ausfallen, als die amerikanischen oder europäischen HuCards. Oder andersrum gesagt: die Titel, die man ohne Japanisch Kenntnisse gut zocken kann, wie Shoot Em Ups oder Jump and Runs, erreichen deutlich höhere Preisbereiche und sind selten für unter 30€ das Stück (ohne Verpackung) anzutreffen.

Man kann gut an den Rückseiten unterscheiden, ob es sich um PC Engine oder Turbografx-16 HuCards handelt.

Am günstigsten sind wahrscheinlich die Sportspiele, Formel-1 Rennspiele und obskure Puzzle Games, für die man Japanisch können muss – holt euch also nicht einfach die billigsten Spiele, sonst wird das nichts mit dem Spielspaß.

Möchte man bspw. die englische Version von Neutopia (einem gelungenen Zelda Klon) ergattern, so muss man ohne Portokosten, mit circa 70€-80€ rechnen, nur für das Modul.

Direkter Vergleich PC Engine und SNES anhand von Street Fighter II

Die meisten Vergleiche zwischen SNES und Turbografx-16 fallen zugunsten des Super Nintendo aus. Das liegt daran, dass die meisten PC Engine Games einfach eher nach einem Zwischending aus SEGA Mega Drive und Master System aussehen. Aber dies liegt eher an den Programmierern von damals, als an den tatsächlichen Möglichkeiten der Konsole. Dies zeigt sich besonders gut an der Originalversion von Street Fighter II, welche sowohl für SNES als auch für PC Engine/Turbografx-16 erschien.

Ich empfehle das Video im Fullscreen-Modus zu betrachten.

Man muss schon genauer hinsehen, wo die Unterschiede liegen und diese sind eher marginal. So ist die Auflösung des SNES ein Stückchen besser aber meines Erachtens kein entscheidender Faktor. In beiden Varianten stimmt die Performance und ich muss zugeben, dass mir die Farbgebung der PC Engine/Turbografx-16 Version ein kleines Stück besser gefällt.

Lediglich bei den Hintergründen hinkt diese seltene Version von Street Fighter II hinterher, da diese nicht immer aus mehreren Ebenen bestehen. Zudem bringt die PC Engine/Turbografx-16 Version nicht dieselbe Audioqualität mit sich. Die Soundeffekte fielen mir nicht negativ auf aber die Musik klingt etwas anders aber dennoch verdammt gut. Wesentlich besser als in den meisten anderen Games dieser Konsole, die mir so über den Weg liefen.

Im zweiten Teil geht es dann weiter mit 16 Kurztests von PC Engine und/oder Turbografx-16 Titeln.

Submit your review
1
2
3
4
5
Submit
     
Cancel

Create your own review

SNES-Testberichte.de
Average rating:  
 0 reviews

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *.

*
*
You may use these <abbr title="HyperText Markup Language">HTML</abbr> tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

elf − 8 =