Die Schlümpfe reisen um die Welt (a.k.a. Die Schlümpfe 2)

Die Schlümpfe sind wohl eine der bekanntesten europäischen Cartoonserien und Comicreihen. Infogrames ballerte in den 90ern, zu so ziemlich allen französischen Comics ein paar Videospiele heraus. Mit Die Schlümpfe reisen um die Welt, erhielten die Schlümpfe ihren zweiten SNES Titel. Andere Games von Infogrames waren bspw. Asterix, Lucky Luke, Spirou. Dieser Titel erschien 1996 nur in Europa, also reichlich spät…

Atmosphäre / Story

Schlumpfine und ein namenloser anderer Schlumpf schleichen Nachts im Dorf herum und gehen in Papa Schlumpfs Hütte, in der ein komischer Kristall aufbewahrt wird. Durch die Berührung der Schlümpfe zerspringt der Kristall und wird quer um die ganze Welt verteilt.

Warum lungern die beiden nachts herum?

Die beiden neugierigen Schlümpfe werden dabei ebenfalls durch die Gegend teleportiert und müssen die Kristallfragmente wiederfinden, um nach Hause zu gelangen. Irgendwie eine lahme Handlung, die keinen Platz für konkrete Antagonisten lässt.

Was ziemlich schade ist, denn jeder, der wenigstens ein paar Folgen Schlümpfe geguckt hat, weiß genau, dass es allerlei Charaktere gibt, die man wunderbar hätte einbauen können. Abgesehen von Gargamel und Azrael gab es noch Rotznase, Väterchen Frost, Chlorhydris, Hogatha, Großmaul, Johan und Pewitt und viele mehr… keiner kommt vor.
2,5 / 5

Grafik

Rein grafisch hat Infogrames hier wie immer satt was abgeliefert aber so ganz mit dem Vorgänger kann sich Die Schlümpfe reisen um die Welt nicht messen. Viele der sonst so kreativen Ideen fehlen einfach.

Die vielen Ebenen machen einige Gebiete ziemlich beeindruckend.

Was in dem Spiel gut gemacht wurde, sind die Hintergründe in einigen der Leveln, denn diese haben teilweise dermaßen viele Ebenen, dass es einfach beeindruckend ist für ein 16-Bit Spiel. Gegnersprites sind teilweise sehr attraktiv, teilweise aber auch stilistisch nicht konsistent mit dem Rest.
4 / 5

Spielmechanik / Gameplay

In Die Schlümpfe reisen um die Welt ist das Ziel in jedem Level gleich: Alle Kristallsplitter einsammeln, dies sind oft 9 Stück. Hat man diese gefunden, so wird man wegteleportiert, in jedem Level. Das ist leider ziemlich einseitig.

Tja ratet mal wo man sich den Kopf stößt? An dem oberen Weg oder den 3 einzelnen Steinen? … an dem oberen Weg.

Was besonders stört ist, dass der Vorgänger mit so tollen Abwechslungen strahlte, wie dem Schlittenlevel oder das mit dem Vogel und solche schönen Intermezzos gibt es hier nur in abgespeckter Form. Die Level sind zudem nie in mehrere Ladebereiche unterteilt, man geht immer nur hin und her und versucht die verdammten Splitter zu finden und in einigen Leveln geht es klassisch von links nach rechts – aber wehe du hast einen Splitter übersehen, dann musst du wieder zurücklatschen und das nervt.

Toller Angriff… nur gut um gegen Steine oder Kessel zu treten…

Die 2 Schlümpfe, die sich spielerisch nicht unterscheiden, verfügen über keinerlei Fähigkeiten und können auch keine interessanten Items oder Powerups einsammeln, alles wird von der Umgebung abhängig, wodurch man einfach nur springt. Zudem gibt es einen nutzlosen Tritt, den man nur in wenigen Leveln benötigt. Zudem gibt es über das Spiel verteilt keine Bosse, bis auf den einen ganz am Ende.
1,75 / 5

Musik und Soundeffekte

Unfassbar, wie man sogar die Musik hier verkackt hat. Im Vorgänger hörte man allerlei bekannte Melodien aus der Serie und diese wurden gut adaptiert und verliehen dem Spiel eine solide Atmosphäre. Doch in Die Schlümpfe reisen um die Welt spürt man davon gar nichts. Musikalisch wird hier ziemlich uninspiriert vor sich hingedüdelt und die Soundeffekte klingen ziemlich lächerlich.

Es ist nicht der Bodensatz der SNES-Geschichte aber wenn man den Vorgänger kennt, ist man hier umso enttäuschter.
2,16 / 5

Steuerung

Der Rutschfaktor, welcher im Vorgänger störend war, ist hier nicht mehr anzutreffen. Aber dafür ist das Springen noch ein gutes Stück schwammiger, vor allem wenn man laufend springt.

Es gibt 2 verschiedene Arten zu Springen: Normal mit B oder Y gedrückt halten und dann B. Dadurch springt der Schlumpf höher aber deutlich wackeliger. Dies benötigt man aber häufiger, um einige Löcher zu überspringen.
2,75 / 5

Spaßfaktor

Nein! Die Schlümpfe reisen um die Welt ist monoton bis zum Gehtnichtmehr. Jedes Level immer wieder Kristalle suchen, dabei muss man ständig backtracken, um die kleinen Level größer wirken zu lassen. Die Platzierung von Gegnern und Fallen ist dabei katastrophal unfair und erfordert Auswendiglernerei. Manchmal fallen einfach Gegenstände von außerhalb des sichtbaren Bereichs herunter… und so ein Schlumpf kann nicht sonderlich viel einstecken.

Ich glaube unter Wasser ist die Steuerung am besten.

Ganz ohne Antagonisten oder sinnvolle Mission macht das auch deutlich weniger Laune, weil ein gutes Stück Dramaturgie komplett verloren geht. Fortsetzen kann man das Spiel anhand von Passwörtern, die eindeutig zu selten erscheinen.
1,5 / 5

Bewertung und Fakten

Die Schlümpfe reisen um die Welt? Nein, die Schlümpfe reisen in die Mülltonne und da gehören sie mit diesem Game auch hin.

Ausgerechnet auf Walrösser darf man nicht draufspringen.
  • Grafik
  • Putzige Gegner
  • Monotonie
  • Schlechtes Balancing
  • Charaktere die nichts können
  • Keine Powerups

Meine Güte hat Infogrames hier eine Enttäuschung hingelegt. Warum man diesen Cashgrab Ende 1996 versuchte? Der N64 war schon auf dem Markt und der erste Teil war ziemlich erfolgreich. Ein wenig von dem Ruhm wollte man noch abgreifen und hat dann wahrscheinlich, ohne großes Konzept, ein paar schicke Grafiken produziert und das hier ist das Ergebnis. Ich glaube, nur richtige Schlumpf-Fanatiker können diesem Titel etwas Positives abgewinnen.

Genre: Jump and Run / Puzzle
Preis: circa 9 € bis 13 € (für ein original PAL Modul auf ebay)
Schwierigkeit: Mittel bis Sehr Schwer (je nach Level)

Atmosphäre / Story: 2,5 / 5
Grafik: 4 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 1,75 / 5
Musik und SFX: 2,16 / 5
Steuerung: 2,75 / 5
Spaßfaktor: 1,5 / 5

Gesamt: 2,44 / 5

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