Dragon Quest III

Das NES Original von Dragon Quest III erschien 1988. Im Jahr 1996 erschien dann das Remake, welches im Gegensatz zu Teil 1 & 2 nicht nur eine Portierung darstellt, sondern wirklich neu aufbereitet wurde. Das Spiel wurde von Chunsoft und Enix entwickelt und von Enix ausschließlich in Japan veröffentlicht. Das wirklich irritierende daran ist, dass DQ III einer von 5 Dragon Quest Teilen ist, die für den Super Nintendo veröffentlicht wurden und obwohl es Teil 3 ist, kam dieser als letzter heraus und ist somit der „neuste“ SNES Teil… steig da mal einer durch.

Ich habe auch einen Artikel dazu veröffentlicht, warum Dragon Quest III nicht außerhalb Japans veröffentlicht wurde. Sollte eigentlich Teil der Review werden, war dann aber doch zu umfangreich.

Atmosphäre / Story

Handlungstechnisch beginnt Dragon Quest III reichlich mysteriös. Von einer unbekannten Stimme wird man vollgeschnackt und soll danach aus unklaren Gründen, dem König helfen und dabei das Erbe des eigenen Vaters antreten, welcher ein berühmter Krieger mit dem Namen Ortega war.

Man darf hier zum Start entscheiden, ob man einen Jungen oder ein Mädchen spielen möchte und anhand eines Quiz werden die eigenen Statuswerte bestimmt, was sehr undurchsichtig geschieht. Finde ich aber gut so.

Danach hangelt man sich relativ arm an Dramaturgie von einer Aufgabe zur nächsten oder geht einfach irgendwo hin. Glücklicherweise habe alle Regionen so ihr eigenes Ding, bzw. repräsentieren eine eigene Kultur und das macht dieses Rollenspiel deutlich lebhafter, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Freiheit, die man in der Verfolgung der Aufgaben hat, ist ganz angenehm und macht aus Dragon Quest III mehr oder weniger ein Open World Rollenspiel. Allerdings nicht ganz so offen wie Romancing SaGa. Gäbe es mehr konkrete Antagonisten und ein paar wiederkehrende Charaktere und Entscheidungen, die man treffen könnte, wäre das Spiel deutlich unterhaltsamer gewesen.
3 / 5

Grafik

Dragon Quest III liegt grafisch nicht in der Oberliga der SNES Rollenspiele, kann aber durch wirklich guten Detailreichtum an einigen Stellen überzeugen. Beeindruckend sind vor allem der Detailreichtum der Hintergrundbilder während der Kämpfe und die äußerst flüssigen Gegneranimationen. Wenn die einen Angriff ausführen, sieht es aus, als hätte dies gefühlt 3 mal so viele Frames, wie in den meisten anderen SNES Rollenspielen.

Party im Katzenkostüm.

Der Detailgrad der Umgebungen ist mehr als passabel aber es gibt einfach zu viele Grafiken, die sich wiederholen und fast leere Räume. Gerade die Dungeons sehen oft ziemlich generisch und leer aus, während die Dörfer und Städte durchaus lebhaft wirken, aufgrund von vielen Details, wie Bücherregalen, Tischen etc. Nicht ganz so gut wie in Last Bible III aber auch nicht so lahm wie in Mystic Quest Legend.
4 / 5

Spielmechanik / Gameplay

Es gibt rein spielerisch wenig zu sagen, denn Dragon Quest III liefert hier ein Standardprogramm. Einerseits kein Wunder, da es das Remake eines NES Spiel ist, andererseits etwas schade, da es der Umgebung und Atmosphäre nicht ganz gerecht wird.

Die Kampfanimationen der Gegner sind sehr flüssig.

Die Kämpfe laufen ganz gewöhnlich rundenbasiert ab. Dabei sieht man sein eigenes Team nicht, man sieht nur die Gegner und dann wählt man einen Angriff oder Skill bzw. Magie um Schaden zu verursachen und das war es auch, so wie auch in Paladin’s Quest.

Die richtigen Schlüssel, sind der Schlüssel… oder so.

Glücklicherweise gibt es einige Charakterklassen, die das Spiel ein wenig interessanter machen. So wie der Dieb, welcher diverse Skills hat, die außerhalb von Kämpfen genutzt werden können. Zudem darf man zum Spielbeginn wählen, ob man einen männlichen oder weiblichen Helden spielen möchte. Auch die kleinen Pachisi Minigames lockern das Spiel gut auf, genau wie die Möglichkeit hin und wieder mal Geld bei Wettkämpfen zu setzen.
3,25 / 5

Musik und Soundeffekte

Ein so durchorchestrierter Soundtrack wie in Dragon Quest III ist mir selten begegnet. Das Niveau ist sowohl auf instrumentaler Ebene hoch aber auch hinsichtlich der Komplexität und Epik. Für jede Stimmung ist etwas dabei, von düsterer Höhle, bis zum epischen Schloss.

Einige Tracks klingen so angenehm, dass man sie gut so hören und genießen kann, ohne sie remastern zu müssen. Wie die meisten Dragon Quest Spiele hat auch hier der Klang etwas, das stark an klassische europäische Musik à la Mozart und Beethoven erinnert.

Glücklicherweise sind auch die Soundeffekte alle hervorragend und signalisieren immer sehr unmissverständlich was passiert. Richtig gut gelungen.
4,64 / 5

Steuerung

Die Steuerung erweist sich in diesem Rollenspiel deutlich besser als in den meisten anderen, da hier die verschiedenen Tasten sinnvoller genutzt werden. So kann man bspw. mit R direkt eine Weltkarte aufrufen, ohne sich erstmal durch die Menüs zu drücken.

Schritt für Schritt die Weltkarte aufdecken.

Man kann mit X das Menü aufrufen, mit L kann man interagieren, falls man vor etwas benutzbarem steht. In Dungeons bewegt man sich grundsätzlich schneller als auf der Weltkarte, was extrem angenehm ist und selbst bei häufigen Kämpfen sehr hilfreich ist. Mit A bestätigt man und mit B bricht man ab. Das Menü ist übersichtlich und typisch für Dragon Quest Spiele gestaltet.

Das Windkreuz tut den Zombies nicht gut.

Die einzige Kleinigkeit, die manchmal stört ist, dass man manchmal nicht so einfach an den richtigen Gegenstand herangeht, da man fast Pixel für Pixel geht, während man in anderen derartiges Games, meist Feld für Feld voranschreitet. Dadurch ist die gezielte Interaktion mit versteckten Items manchmal nicht so leicht.
4,75 / 5

Spaßfaktor

Dragon Quest III lässt dem Spieler sehr viele Freiheiten, bietet eine gute Atmosphäre und lebhafte Welt. Zwischendurch gibt es allerlei nachdenklich stimmende Dialoge und zahlreiche Kämpfe, die aber bei weitem nicht so erdrückend sind, wie teilweise in Romancing SaGa. Einige Stellen ziehen sich wie Kaugummi, gerade wenn Grinding gefordert ist.

In dem Minispiel kann man ein paar gute Gegenstände gewinnen.

Das Spiel hat eine sehr hohe Spielzeit, die nirgends angezeigt wird. Leider merkt man, dass es sich um eine Portierung eines NES Spiels handelt, denn das Spiel ist hinsichtlich des Ablaufs, der etwas zu leichten Rätsel und der teils kryptischen Detektivarbeit (trotz guter Übersetzung) spielerisch etwas simpel. Man hat ziemlich schnell alle Optionen, die das Spiel einem bietet gesehen.
3,25 / 5

Bewertung und Fakten

Dragon Quest III ist ohne Frage ein wirklich gutes Rollenspiel der ganz klassischen Sorte. Sowohl im guten, als auch im schlechten Sinne. Das Gameplay ist sehr gewöhnlich für ein JRPG und wird in der Hinsicht niemanden überraschen.

Ein kleiner Drahtseilakt xD
  • Charaktererstellung von Partymitgliedern
  • Atmosphärische, komplexe Musik
  • Lebhafte Welt
  • Gameplay ist totaler Standard
  • Die Handlung ist etwas dünn

Wer aber Lust auf eine lebhafte, entfernt an unsere Welt angelehnt Spielwelt hat, ohne überwältigende Gegnerhorden und der Möglichkeit sich eine eigene Truppe zusammenzustellen, wird in Dragon Quest III keineswegs enttäuscht. Für Rollenspielfans ein Muss, für alle anderen vielleicht etwas zu zäh an einigen Stellen.

Genre: Rollenspiel
Preis: circa 11€ bis 15€ für ein original japanisches Modul bei ebay
Schwierigkeit: Einfach bis Mittel

Atmosphäre / Story: 3 / 5
Grafik: 4 / 5
Spielmechanik / Gameplay: 3,25 / 5
Musik und SFX: 4,64 / 5
Steuerung: 4,75 / 5
Spaßfaktor: 3,25 / 5

Gesamt: 3,82 / 5

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